Hormonelle Akne erkennen und behandeln: Was hilft wirklich?

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Hormonelle Akne kann in unterschiedlichen Lebensphasen auftreten und sich durch wiederkehrende Pickel und entzündliche Unreinheiten bemerkbar machen. Besonders häufig zeigt sie sich während der Pubertät, rund um den Menstruationszyklus oder auch noch mit 30 oder 40 Jahren. 

Erfahren Sie, woran Sie hormonelle Akne erkennen, welche Ursachen dahinterstecken und welche Pflege und Maßnahmen helfen können.

Was ist hormonelle Akne? 

Als hormonelle Akne wird Akne bezeichnet, deren Entstehung oder Verlauf wesentlich durch hormonelle Schwankungen beeinflusst wird. Dabei spielen insbesondere Androgene, also männliche Geschlechtshormone, eine Rolle. Sie kommen bei Frauen und Männern vor und können die Talgdrüsen dazu anregen, mehr Hautfett zu produzieren (vgl. Borzyszkowska et al., 2022; Vasam et al., 2023). 

Trifft eine gesteigerte Talgproduktion auf eine Verhornungsstörung, können die Poren verstopfen und zunächst sogenannte Mikrokomedonen entstehen. Daraus können sich Mitesser sowie entzündliche Papeln und Pusteln entwickeln. Auch das natürlicherweise auf der Haut vorkommende Bakterium Cutibacterium acnes ist an den Entzündungsprozessen beteiligt (vgl. Vasam et al., 2023). 

Hormonelle Akne ist dabei keine eigenständige Akneform mit einem eindeutig festgelegten Erscheinungsbild. Der Begriff beschreibt vielmehr Akne, deren Auftreten oder Verlauf durch hormonelle Veränderungen mitbestimmt wird. 

Die Infografik veranschaulicht fünf Akneformen: Mitesser, geschlossene Mitesser, Papeln, Pusteln und Knoten.
Hormonelle Akne ist keine eigenständige Akneform, sondern beschreibt Akne, deren Entstehung und Verlauf maßgeblich durch hormonelle Schwankungen beeinflusst wird und die in verschiedenen Lebensphasen auftreten kann.

Wie lässt sich hormonelle Akne erkennen? 

Hormonelle Akne lässt sich nicht allein am Aussehen der Haut eindeutig erkennen. Hinweise geben vor allem das wiederkehrende Auftreten der Unreinheiten, ihre Verteilung und ein zeitlicher Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen. Bei erwachsenen Frauen treten entzündliche Hautveränderungen häufig im unteren Gesichtsbereich auf, insbesondere an Kinn und Kieferlinie (vgl. Kutlu et al., 2023). 

Typische Hinweise auf hormonell beeinflusste Akne sind: 

  • Wiederkehrende entzündliche Pickel: Papeln, Pusteln oder tiefer liegende, teilweise schmerzhafte Knoten können immer wieder an ähnlichen Stellen auftreten. 
  • Unreinheiten im unteren Gesicht: Bei Erwachsenen sind häufig Kinn, Kieferpartie und teilweise der Hals betroffen. 
  • Zyklisches Auftreten: Verschlechtert sich die Haut regelmäßig vor der Menstruation, kann dies auf einen hormonellen Einfluss hindeuten (vgl. Borzyszkowska et al., 2022). 
  • Akne im Erwachsenenalter: Hormonell beeinflusste Akne kann auch erstmals nach der Pubertät auftreten oder nach längerer Zeit erneut erscheinen (vgl. Kutlu et al., 2023). 

Treten zusätzlich unregelmäßige oder ausbleibende Menstruationen, verstärkte Körperbehaarung oder andere Hinweise auf einen erhöhten Androgenspiegel auf, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Dahinter kann beispielsweise das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) stehen. Das Hautbild allein reicht jedoch nicht aus, um eine hormonelle Ursache sicher festzustellen (vgl. Borzyszkowska et al., 2022).

Welche Ursachen und Auslöser hat hormonelle Akne? 

Hormonelle Schwankungen können in verschiedenen Lebensphasen auftreten und bestehende Akne beeinflussen oder das erstmalige Auftreten von Unreinheiten begünstigen. Welche Auslöser eine Rolle spielen, ist individuell unterschiedlich (vgl. Borzyszkowska et al., 2022; Kutlu et al., 2023). 

  • Pubertät: Der veränderte Hormonhaushalt ist einer der Gründe, weshalb Akne besonders häufig während der Pubertät erstmals auftritt. 
  • Menstruationszyklus: Bei manchen Frauen verschlechtert sich die Akne regelmäßig vor der Menstruation (vgl. Borzyszkowska et al., 2022). 
Hormonelle Akne II
  • Schwangerschaft: Die hormonelle Umstellung kann bestehende Akne verändern oder dazu führen, dass Unreinheiten neu auftreten. Welche Behandlungen während der Schwangerschaft geeignet sind, sollte ärztlich abgeklärt werden. 
  • Hormonelle Verhütung: Je nach Zusammensetzung können hormonelle Verhütungsmittel das Hautbild unterschiedlich beeinflussen. Auch nach dem Absetzen kann sich die Haut verändern. 
  • Wechseljahre: Veränderungen des hormonellen Gleichgewichts können dazu beitragen, dass Akne in der Perimenopause oder den Wechseljahren erstmals auftritt oder wiederkehrt. 
  • PCOS: Das polyzystische Ovarialsyndrom kann mit einer erhöhten Androgenwirkung und Akne verbunden sein. Begleitsymptome wie unregelmäßige Menstruationen oder verstärkte Körperbehaarung sollten ärztlich abgeklärt werden. 

Was kann man gegen hormonelle Akne tun?

Welche Behandlung bei hormoneller Akne geeignet ist, hängt vor allem vom Schweregrad, den individuellen Auslösern und den Bedürfnissen der Haut ab. Bei leichteren Formen kann eine abgestimmte Pflegeroutine ausreichen, während stärker ausgeprägte oder anhaltende Akne zusätzlich medizinisch behandelt werden kann (vgl. Vasam et al., 2023).  

  • Topische Wirkstoffe wie Retinoide, Benzoylperoxid oder Azelainsäure. 
  • Systemische Therapien bei schwereren Akneverläufen. 
  • Hormonelle Behandlungen bei Frauen, sofern diese medizinisch geeignet sind (vgl. Vasam et al., 2023; Borzyszkowska et al., 2022). 

Welche Therapie geeignet ist, sollte individuell ärztlich beurteilt werden. Einige hormonelle Verhütungsmittel können Akne beispielsweise verbessern, andere das Hautbild ungünstig beeinflussen. 

Die Meinung unserer Expertin

„Bei hormoneller Akne ist es wichtig, Ursache und Hautbild getrennt zu betrachten. Hautpflege kann hormonelle Schwankungen nicht beeinflussen, aber gezielt bei ihren Folgen ansetzen, etwa bei überschüssigem Talg, verstopften Poren und Unreinheiten. Bei anhaltender oder stärker ausgeprägter Akne sollte zusätzlich dermatologisch abgeklärt werden, ob eine medizinische Behandlung sinnvoll ist.“

Judith Horzel

Judith Horzel

Apothekerin und Medical Advisor bei Eau Thermale Avène

Hautpflege bei hormoneller Akne 

Eine auf zu Akne neigende Haut abgestimmte Pflegeroutine sollte die Haut sanft reinigen, überschüssigen Talg reduzieren und verstopften Poren sowie neuen Unreinheiten entgegenwirken. Dabei sind nicht komedogene Produkte und eine möglichst reizschonende Anwendung besonders wichtig. 

Sanft reinigen 

Reinigen Sie das Gesicht morgens und abends, um überschüssigen Talg, Schmutz und Make-up zu entfernen. Zu häufiges Waschen oder aggressive Reinigungsprodukte können die Haut hingegen reizen. 

Das Cleanance Reinigungsgel wurde speziell für fettige und zu Unreinheiten neigende Haut entwickelt. Es reinigt die Haut sanft, entfernt überschüssigen Talg und mattiert. 100 % der Anwender berichteten nach 14 Tagen, dass sich ihre Haut von Unreinheiten befreit anfühlt.* 

*Interne, offene monozentrische Anwenderstudie mit 50 Probanden (73% Frauen, 27% Männer), davon 46% Teenager, im Alter zw. 12 und 37 Jahren mit den Fototypen III bis V. Beurteilung anhand eines Selbstbewertungsfragebogens. 100% der Probanden mit fettiger Haut, 56% mit empfindlicher Haut, 33% KontaktlinsenträgerInnen und 27% mit empfindlichen Augen. Anwendung zweimal täglich über 28 Tage. 

Unreinheiten gezielt reduzieren 

Nach der Reinigung kann eine Pflege eingesetzt werden, die gezielt bei Pickeln und Mitessern ansetzt. Das Cleanance Comedomed+ Intensiv Anti-Unreinheiten Konzentrat hilft, Pickel, Mitesser und Pickelmale zu reduzieren und wirkt der Bildung neuer Mikrokomedonen entgegen. In einer klinischen Anwenderstudie wurden nach einem Monat zweimal weniger Pickel, Mitesser und Pickelmale beobachtet.* 

*Interne Anwenderstudie zur klinischen Wirksamkeit mit 41 Proband:innen, 2 Anwendungen pro Tag auf das Gesicht über 2 Monate, Beurteilung nach 6, 15, 29 und 57 Tagen. 

Das Hautbild mit AHA verfeinern 

Bei verstopften Poren und einem unregelmäßigen Hautbild kann ein Peeling die Routine ergänzen. Das Cleanance A.H.A. Peeling-Serum kombiniert Milch- und Bernsteinsäure und unterstützt die Hauterneuerung. Es verfeinert das Hautbild ab zehn Tagen und reduziert Unreinheiten, Poren und Pickelmale.* 

Da Peelingsäuren die Haut empfindlicher machen können, sollte die Anwendung entsprechend der Produktempfehlung erfolgen und tagsüber auf einen geeigneten Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor geachtet werden. 

*Interne Anwenderstudie bei 74 Probanden über 10 Tagen.

Empfohlene Produkte

  • COMEDOMED PEELING Intensiv Anti-Pickel Akutpflege

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    COMEDOMED PEELING Intensiv Anti-Pickel Akutpflege
    Reduziert Unreinheiten - Trocknet Unreinheiten aus

  • A.H.A. Peeling-Serum

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    Hormonelle Akne von innen bekämpfen: Welche Rolle spielen Ernährung und Lebensstil? 

    Hormonelle Akne lässt sich nicht allein durch Ernährung oder einen bestimmten Lebensstil beseitigen. Einige Faktoren können den Verlauf der Akne jedoch beeinflussen und eine medizinische Behandlung sowie passende Hautpflege sinnvoll ergänzen. Besonders Ernährung, Stress und Schlaf werden in diesem Zusammenhang untersucht. 

    • Ausgewogen ernähren: Studien deuten darauf hin, dass eine Ernährung mit hoher glykämischer Last Akne bei manchen Menschen ungünstig beeinflussen kann. Eine spezielle „Akne-Diät“ gibt es jedoch nicht. Statt Lebensmittel pauschal zu meiden, ist eine ausgewogene Ernährung sinnvoll (vgl. Baldwin & Tan, 2021). 
    • Stress reduzieren: Psychischer Stress kann bestehende Akne verschlimmern. Regelmäßige Bewegung, Erholungsphasen und individuell geeignete Entspannungstechniken können dabei helfen, Stress im Alltag zu reduzieren. 
    • Ausreichend schlafen: Ein regelmäßiger Schlafrhythmus unterstützt das allgemeine Wohlbefinden. Schlafmangel gilt jedoch nicht als alleinige Ursache hormoneller Akne. 
    • Nahrungsergänzungsmittel nicht auf Verdacht einnehmen: Ein bestimmter Vitamin- oder Nährstoffmangel ist nicht grundsätzlich die Ursache hormoneller Akne. Präparate mit Zink, Vitamin D oder Omega-3-Fettsäuren sollten deshalb nicht pauschal als Mittel gegen hormonelle Akne eingesetzt werden. 

    Gut zu wissen: Auch Hausmittel können die hormonelle Ursache von Akne nicht beheben. Aggressive DIY-Peelings, Zitronensaft oder andere reizende Substanzen können die Haut zusätzlich belasten. 

    Wann sollte hormonelle Akne ärztlich abgeklärt werden? 

    Nicht jede hormonell beeinflusste Hautunreinheit erfordert eine medizinische Behandlung. Bei anhaltender oder stärker entzündlicher Akne ist eine dermatologische Abklärung jedoch sinnvoll. So kann der Schweregrad beurteilt und eine geeignete Therapie eingeleitet werden, bevor beispielsweise Narben entstehen (vgl. Vasam et al., 2023). 

    Ärztlichen Rat sollten Sie insbesondere einholen, wenn: 

    • tiefe, schmerzhafte Knoten oder Zysten auftreten, 
    • die Akne über längere Zeit bestehen bleibt oder sich trotz geeigneter Pflege verschlechtert, 
    • Pickelmale oder Aknenarben entstehen, 
    • die Akne im Erwachsenenalter plötzlich stark auftritt, 
    • zusätzliche Beschwerden auf eine hormonelle Erkrankung wie PCOS hinweisen. 
    • Sie eine hormonelle oder medikamentöse Behandlung erwägen (vgl. Borzyszkowska et al., 2022). 

    Auch während einer Schwangerschaft sollte die Behandlung von Akne ärztlich abgestimmt werden, da nicht alle Akne-Wirkstoffe und Medikamente in dieser Lebensphase geeignet sind. 

    Fazit: Hormonelle Akne langfristig in den Griff bekommen 

    Hormonelle Akne kann hartnäckig sein und das Hautbild über längere Zeit begleiten. Veränderungen brauchen deshalb Zeit. Statt möglichst viele Maßnahmen gleichzeitig auszuprobieren, lohnt es sich, der Haut mit einer konstanten Routine die nötige Zeit zu geben und ihre Entwicklung aufmerksam zu beobachten. 

    Nicht jede Phase mit hormonellen Pickeln lässt sich vollständig vermeiden. Mit einem individuell passenden Umgang können Sie jedoch dazu beitragen, dass Unreinheiten weniger im Mittelpunkt stehen. Entscheidend ist dabei nicht die schnelle Lösung für den nächsten Pickel, sondern ein langfristiger Weg, der zu Ihrer Haut und Ihrer aktuellen Lebensphase passt. 

    Häufig gestellte Fragen

    Haben Sie Bedenken oder Fragen? Unsere Experten sind für Sie da.

    Hormonelle Akne bedeutet nicht automatisch, dass dem Körper ein bestimmtes Vitamin oder ein anderer Nährstoff fehlt. Entscheidend sind vor allem hormonelle Einflüsse auf Prozesse wie die Talgproduktion. Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb nicht pauschal gegen hormonelle Akne eingenommen werden. Besteht der Verdacht auf einen Nährstoffmangel, kann dieser ärztlich abgeklärt werden. 

    Bei hormoneller Akne im Erwachsenenalter sollte die Pflege Unreinheiten reduzieren, ohne die Haut unnötig auszutrocknen. Gleichzeitig können mit zunehmendem Alter Feuchtigkeitsversorgung und Hautbarriere stärker in den Fokus rücken. Eine sanfte Reinigung, eine leichte, nicht komedogene Pflege und täglicher Sonnenschutz bilden eine gute Grundlage. Wirkstoffprodukte sollten gezielt ausgewählt werden, damit die Haut nicht durch zu viele aktive Inhaltsstoffe gleichzeitig gereizt wird. 

    Bei einzelnen entzündlichen Pickeln kann eine punktuell angewendete Akutpflege die tägliche Routine ergänzen. Wichtig ist, die Haut nicht durch Ausdrücken, aggressive Peelings oder mehrere intensive Wirkstoffe gleichzeitig zusätzlich zu reizen. Bei tiefen, schmerzhaften oder wiederkehrenden Entzündungen sollte die Ursache dermatologisch abgeklärt werden.

    Auch bei spätauftretender hormoneller Akne sollte die Reinigung gründlich, aber möglichst sanft sein. Ein auf zu Unreinheiten neigender Haut abgestimmtes Reinigungsgel oder Mizellenwasser kann überschüssigen Talg, Make-up und Ablagerungen entfernen, ohne dass die Haut durch häufiges oder aggressives Reinigen zusätzlich belastet wird. 

    Mitesser entstehen, wenn Talg und verhornte Hautzellen den Ausgang eines Haarfollikels verstopfen. Bei hormonell beeinflusster Akne können eine konsequente Reinigung und geeignete Pflegeprodukte dazu beitragen, verstopften Poren und neuen Unreinheiten entgegenzuwirken. Mitesser sollten nicht selbst ausgedrückt werden, da mechanische Manipulation die Haut reizen kann. 

    Quellen 

    Baldwin, H., & Tan, J. (2021).Effects of Diet on Acne and Its Response to Treatment. American Journal of Clinical Dermatology, 22(1), 55–65. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32748305/ 

    Borzyszkowska, D., Niedzielska, M., Kozłowski, M., et al. (2022).Evaluation of Hormonal Factors in Acne Vulgaris and the Course of Acne Vulgaris Treatment with Contraceptive-Based Therapies in Young Adult Women. Cells, 11(24), 4078. https://doi.org/10.3390/cells11244078 

    Kutlu, Ö., Karadağ, A. S., & Wollina, U. (2023).Adult acne versus adolescent acne: A narrative review with a focus on epidemiology to treatment. Anais Brasileiros de Dermatologia, 98(1), 75–83. https://doi.org/10.1016/j.abd.2022.01.006 

    Vasam, M., Korutla, S., & Bohara, R. A. (2023). Acne vulgaris: A review of the pathophysiology, treatment, and recent nanotechnology-based advances. Biochemical and Biophysical Reports, 36, 101578. https://doi.org/10.1016/j.bbrep.2023.101578