Akne vulgaris: Ursachen, Symptome, Behandlung und Pflege
Akne vulgaris ist die häufigste Form der Akne. Sie betrifft nicht nur Jugendliche in der Pubertät, sondern auch Erwachsene. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und Schweregrade der Akne vulgaris. Entdecken Sie wirksame Behandlungsmethoden und praktische Hautpflegetipps für alle Hauttypen.
Was ist Akne vulgaris und wie äußert sie sich?
Akne vulgaris ist eine entzündliche Hauterkrankung. Der lateinische Begriff lässt sich mit „gewöhnliche Akne“ übersetzen. Betroffene leiden unter entzündlichen Hautveränderungen. Die Haut produziert zu viel Talg. Dadurch verstopfen die Poren. Es entstehen Mitesser, entzündete Papeln und Pusteln. Weltweit leiden 85 Prozent der Jugendlichen unter den Symptomen. Die Hauterkrankung verläuft in der Regel chronisch, also über mehrere Jahre hinweg. Allerdings können eine zielgerichtete Pflege und ein achtsamer Alltag einen positiven Einfluss auf die Hautveränderungen nehmen.
“Akne vulgaris entsteht nicht durch mangelnde Hygiene, sondern durch hormonelle Schwankungen und Entzündungsprozesse in der Haut. Eine frühzeitige, gezielte Behandlung kann das Hautbild nachhaltig verbessern und Folgeprobleme effektiv reduzieren.“
Judith Horzel
Apothekerin und Medical Advisor bei Eau Thermale Avène
Welche Ursachen hat Akne vulgaris?
Akne vulgaris entsteht, wenn im Körper mehrere Prozesse gleichzeitig ablaufen.* Diese Prozesse betreffen die Talgdrüsen und das Immunsystem:
- Talgüberproduktion: Die Haut produziert vermehrt Talg, wodurch die Poren voller werden.
- Verhornungsstörung: Hautzellen werden nicht ausreichend abgestoßen und verstopfen die Porenausgänge.
- Bakterielle Besiedlung: Das Hautbakterium Cutibacterium acnes spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Akne. Es vermehrt sich im Talgüberschuss.
- Entzündung: Das Immunsystem reagiert auf die Bakterien mit einer lokalen Entzündung.
Zusätzliche Einflussfaktoren wie hormonelle Veränderungen, Stress, Umweltreize oder eine unausgewogene Ernährung können diese Prozesse verstärken.**
Akne vulgaris im Gesicht, Rücken und Intimbereich
Akne zeigt sich vor allem dort, wo die Haut viele Talgdrüsen hat. Dazu zählen vor allem das Gesicht (T-Zone: Stirn, Nase, Kinn) sowie Rücken, Schultern und Brust. In diesen Bereichen produziert die Haut viel Talg und die Poren verstopfen leicht. Enge Kleidung, starkes Schwitzen oder Reibung verschlimmern Akne am Rücken und an der Brust.
Seltener tritt Akne im Intimbereich auf, ist aber medizinisch wichtig. Hier können hormonelle Einflüsse, synthetische Unterwäsche oder auch die Hautpflege selbst eine Rolle spielen. Die empfindliche Haut im Intimbereich verlangt sanfte, reizfreie Produkte. Bei wiederkehrenden Entzündungen empfiehlt sich eine dermatologische Untersuchung.
Was hilft wirklich bei Akne vulgaris?
Die Behandlung von Akne vulgaris richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.* Ziel ist es, Entzündungen zu reduzieren, die Talgproduktion zu normalisieren und eine bakterielle Besiedlung zu kontrollieren.
* Gollnick H et al. (2003). Pathogenesis and treatment of acne. J Eur Acad Dermatol Venereol. https://europepmc.org/article/MED/12887264
Professionelle Begleitung
Bei schwerer oder schmerzhafter Akne empfiehlt es sich, frühzeitig dermatologischen Rat zu suchen. Fachärzt*innen können den Hautzustand exakt beurteilen, die passende Behandlungsstrategie festlegen und bei Bedarf zusätzliche Verfahren empfehlen wie medizinische Gesichtsreinigungen.
Kosmetische und unterstützende Maßnahmen
Neben der täglichen Pflege und einer ärztlich begleiteten Behandlung können kosmetische Verfahren das Hautbild zusätzlich verbessern. Je nach Hautzustand kommen verschiedene Methoden infrage. Ausreinigungen, Peelings, Licht- oder Laserbehandlungen und Mikrodermabrasion fördern sanft die Hauterneuerung.
Kosmetische Ausreinigungen: Regelmäßige, professionelle Tiefenreinigung in einer medizinisch-kosmetischen Praxis entfernen Mitesser und verringern frühe Entzündungen wirksam.*
Chemische Peelings: Säurepeelings (z. B. mit Salicyl- oder Fruchtsäuren) unterstützen die Hauterneuerung und verfeinern das Hautbild.**
Licht- und Laserbehandlungen: Bestimmte Lichttherapien (z. B. mit blauem Licht) oder fraktionierte Laserbehandlungen können gezielt gegen Entzündungen wirken, die Talgproduktion regulieren und das Risiko für Narbenbildung senken.***
Mikrodermabrasion: Diese mechanische Abtragung abgestorbener Hautzellen eignet sich bei verhornungsbedingten Unreinheiten – jedoch nur bei nicht entzündlicher Akneform.****
*Lowney E, Witkowski J, Simons H et al. Value of comedo extraction in treatment of acne vulgaris. JAMA.1964;189(13):1000–1002. https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/1164701
**Bowe WP et al. (2017). Chemical peels in the treatment of acne. Int J Dermatol.https://bmjopen.bmj.com/content/8/4/e019607
***Lee WJ et al. (2020). Blue light phototherapy in acne treatment: A review. Dermatologic Therapy.https://www.mdpi.com/2079-9284/12/1/30
****Smith LA et al. (2018). Microdermabrasion in the treatment of comedonal acne: A systematic review. J Cosmet Dermatol.https://europepmc.org/article/MED/20048628
Tägliche Pflege
Begleitend zur Behandlung ist eine strukturierte, hauttypgerechte Pflege essenziell. Wählen Sie Produkte, die:
- talgregulierend wirken
- nicht-komedogen sind (Poren nicht verstopfen)
- entzündungshemmende und hautberuhigende Inhaltsstoffe enthalten
Welche Pflege ist bei Akne vulgaris sinnvoll?
Eine strukturierte Pflegeroutine ist ein zentraler Bestandteil der Aknetherapie. Ziel ist es, die Hautbarriere zu unterstützen, überschüssigen Talg zu entfernen und Entzündungen vorzubeugen.
Reinigung
Bei Akne empfiehlt sich eine seifenfreie, milde Reinigung, die überschüssigen Talg entfernt, ohne die Haut zu reizen. Geeignet sind pH-neutrale Produkte, die die Hautbarriere schonen. Das Cleanance Reinigungsgel reduziert nachweislich Mitesser*, bietet eine hohe Hautverträglichkeit und eine biologisch abbaubare Formulierung.
*Reduziert Mitesser bei 73 % der Anwender:innen. 50 Proband:innen mit fettiger und zu Akne neigender Haut. 2 Anwendungen pro Tag auf Gesicht und Oberkörper über 29 Tage. Selbstbeurteilung nach 14 Tagen.
Pflegeprodukte
Für die tägliche Pflege eignen sich talgregulierende Produkte mit entzündungshemmenden Inhaltsstoffen. Diese helfen, das Hautbild zu klären und neuen Unreinheiten vorzubeugen. COMEDOMED PEELING Intensiv Anti-Pickel Akutpflege wirkt ab dem ersten Tag der Anwendung, wirkt entzündungshemmend und reduziert Pickel um 92 %.*
*Interne Anwenderstudie mit 38 Testpersonen, lokalisierte Anwendung 3x täglich über 28 Tage, Klinische Bewertung des durchschnittlichen Volumens entzündlicher Läsionen.
UV-Schutz
UV-Strahlung kann Entzündungen und Pigmentflecken verstärken. Ein täglicher Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor ist deshalb auch bei unreiner Haut wichtig. Ultra Fluid Oil Control SPF 50 schützt die Haut vor UVB- und UVA-Strahlen und beugt Hautalterung und Hyperpigmentierung infolge von kurzwelligen HEV Blue Light vor.
Wie hilft Ernährung bei Akne vulgaris?
Die Ernährung beeinflusst die Haut über verschiedene hormonelle und entzündliche Prozesse.* Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Akne und bestimmten Lebensmitteln.
* Melnik BC. (2012). Diet and acne. Acta Derm Venereol. https://doi.org/10.2340/00015555-1358
Lebensmittel, die Akne fördern können
Bestimmte Nahrungsmittel stehen im Verdacht, Akne vulgaris negativ zu beeinflussen. Sie fördern hormonelle und entzündliche Reaktionen und können bestehende Hautunreinheiten verstärken oder neue Entzündungen auslösen.
Lebensmittel, die sich negativ auf das Hautbild auswirken können:
- Zuckerreiche Produkte: fördern die Ausschüttung von Insulin und IGF-1 (insulinähnlicher Wachstumsfaktor 1), dies stimuliert die Talgproduktion
- Fettarme Milchprodukte: können den Hormonhaushalt beeinflussen
- Omega-6-reiche Lebensmittel: z. B. Sonnenblumenöl oder industriell verarbeitete Snacks, wirken entzündungsfördernd*
*Zhang L et al. (2025). Unsaturated fatty acids and acne. Eur J Nutr. https://doi.org/10.1007/s00394-025-03647-4
Ernährung, die das Hautbild unterstützt
Eine ausgewogene Ernährung kann die Hautfunktionen positiv beeinflussen. Um das Hautbild dauerhaft zu verbessern, sind insbesondere entzündungshemmende Nährstoffe, Ballaststoffe und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilfreich.
Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) gibt Anlass zur Annahme, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren Akne fördert. Eine ausgewogene Ernährung gilt neben einer ärztlichen Behandlung und zielgerichteter Pflege als sinnvolle Maßnahme gegen wiederkehrende Pickel. Die wertvollen Fettsäuren stecken beispielsweise in Hülsenfrüchten, Nüssen und Fisch.*
Lebensmittel, die das Hautbild unterstützen können:
- Omega-3-Fettsäuren: Lebensmittel wie Fisch, Leinsamen oder Walnüsse können entzündungshemmend wirken.
- Ballaststoffe und Antioxidantien: z. B. aus Gemüse, Hülsenfrüchten, Beeren
- Ausreichend Flüssigkeit: fördert die Hautregeneration
*Jung JY et al. (2014). Effect of omega-3 and gamma-linolenic acid on acne vulgaris. Acta Derm Venereol. https://doi.org/10.2340/00015555-1802
Empfohlene Produkte
- Comedomed+ Intensiv Anti-Unreinheiten Konzentrat
Cleanance
Comedomed+ Intensiv Anti-Unreinheiten KonzentratKorrigiert Unreinheiten - Hilft Mitesser zu beseitigen - Reduziert restliche Unreinheiten - Reguliert Talg - Spendet Feuchtigkeit
Fazit: Akne vulgaris gezielt behandeln – Haut langfristig verbessern
Akne vulgaris ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung, die individuell sehr unterschiedlich verläuft. Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist eine abgestimmte Kombination aus medizinischer Therapie, angepasster Pflege und einem bewussten Lebensstil. Mit der richtigen Strategie lässt sich das Hautbild deutlich verbessern und stabilisieren, für ein gesundes und gestärktes Hautgefühl.
Häufig gestellte Fragen
Der Begriff „vulgaris“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „gewöhnlich“. In der Medizin bezeichnet er die häufigste Form einer Erkrankung. Bei Akne also die typische, entzündliche Variante, die vor allem in der Pubertät auftritt.
Akne vulgaris ist meist chronisch, das heißt, sie kann über viele Jahre hinweg bestehen bleiben. Sie kann zwar nicht vollständig geheilt werden, doch mit gezielter Behandlung und konsequenter Pflege ist sie gut kontrollierbar. Akne vulgaris verschwindet in der Regel mit dem Ende der Pubertät aufgrund hormoneller Veränderungen von selbst.
Empfohlen werden Cremes, die nicht komedogen sind (nicht die Poren verstopfen) und gleichzeitig entzündungshemmend wirken.
Zucker, stark verarbeitete Lebensmittel, Weißmehlprodukte und fettarme Milchsorten können die Entstehung von Akne begünstigen. Eine Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren, Gemüse und Vollkornprodukten wirkt dagegen eher entzündungshemmend und hautberuhigend.
Quellen
Bowe WP et al. (2017). Chemical peels in the treatment of acne. Int J Dermatol.https://bmjopen.bmj.com/content/8/4/e019607
Gollnick H et al. (2003). Pathogenesis and treatment of acne. J Eur Acad Dermatol Venereol. https://europepmc.org/article/MED/12887264
Jung JY et al. (2014). Effect of omega-3 and gamma-linolenic acid on acne vulgaris. Acta Derm Venereol. https://doi.org/10.2340/00015555-1802
Lee WJ et al. (2020). Blue light phototherapy in acne treatment: A review. Dermatologic Therapy.https://www.mdpi.com/2079-9284/12/1/30
Lowney E, Witkowski J, Simons H et al. Value of comedo extraction in treatment of acne vulgaris. JAMA.1964;189(13):1000–1002. https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/1164701
Melnik BC. (2012). Diet and acne. Acta Derm Venereol. https://doi.org/10.2340/00015555-1358
Poli F et al. (2023). The Epidemiology of Acne. Cosmetics (MDPI). Management of Acne
Smith LA et al. (2018). Microdermabrasion in the treatment of comedonal acne: A systematic review. J Cosmet Dermatol.https://europepmc.org/article/MED/20048628
Tan JKL, Bhate K. (2015). A global perspective on the epidemiology of acne. Br J Dermatol. Gene variants associated with acne vulgaris
Zhang H, Zhang Z. (2023). Genetic variants associated with acne vulgaris. Int J Gen Med. Genetic Variants Associated with Acne Vulgaris
Zhang L et al. (2025). Unsaturated fatty acids and acne. Eur J Nutr. https://doi.org/10.1007/s00394-025-03647-4
Dieser Artikel wurde am 23.10.2025 zuletzt aktualisiert.