Spätakne (Akne tarda): Ursachen erkennen und wirksam behandeln
Akne Tarda
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Akne ist kein reines Jugendphänomen – auch im Erwachsenenalter können Hautunreinheiten auftreten. Eine Spätakne (Akne tarda) belastet Betroffene oft stark, dermo-kosmetische Pflege lindert die Symptome jedoch effektiv. Dieser Ratgeber erklärt Ihnen die Ursachen der Erwachsenenakne, zeigt typische Symptome auf und gibt Ihnen praktische Tipps für die richtige Pflege und Behandlung.
“Bei Erwachsenen ist Akne häufig komplexer als in der Pubertät. Eine sorgfältige Diagnose hilft dabei, andere Hauterkrankungen auszuschließen und die Behandlung gezielt auf die individuellen Auslöser und Bedürfnisse der Haut abzustimmen.”
Judith Horzel
Apothekerin und Medical Advisor bei Eau Thermale Avène
Was ist Spätakne (Akne tarda)?
Spätakne, auch Akne tarda genannt, ist eine Form der Akne im Erwachsenenalter, die nach dem 25. Lebensjahr auftritt. Sie kann erstmals im Erwachsenenalter entstehen oder als Fortsetzung einer bereits bestehenden Jugendakne bestehen bleiben. Besonders häufig sind Frauen betroffen, Männer können jedoch ebenfalls Erwachsenenakne entwickeln (vgl. Dréno et al., 2018; Bagatin et al., 2019).
Je nach Ausprägung können einzelne Hautunreinheiten oder entzündliche Hautveränderungen auftreten (vgl. Nast et al., 2016).
Woran erkennt man Spätakne?
Das Erscheinungsbild von Spätakne kann unterschiedlich ausfallen. Während manche Betroffene nur einzelne entzündete Hautunreinheiten entwickeln, treten bei anderen ausgeprägtere Entzündungen oder schmerzhafte Knoten auf. Die Beschwerden können dauerhaft bestehen oder schubweise auftreten (vgl. Dréno et al., 2018; Tan et al., 2018).
Typische Symptome der Akne tarda
Zu den häufigsten Akne tarda Symptomen gehören:
- entzündete Pickel und Pusteln
- schmerzhafte Knoten unter der Haut
- vereinzelte Mitesser
Pickelmale oder Aknenarben bei stärkeren Verläufen (vgl. Dréno et al., 2018; Tan et al., 2018)
Viele Betroffene berichten, dass sich das Hautbild kurz vor der Menstruation oder in belastenden Lebensphasen verschlechtert (vgl. Dreno et al., 2018).
Welche Hautpartien sind besonders betroffen?
Die Hautveränderungen treten vor allem in talgdrüsenreichen Hautarealen auf (vgl. Dréno et al., 2018):
- Kinn
- Kieferlinie
- Wangen
- Hals
- seltener Brust, Schultern oder Rücken (vgl. Dreno et al., 2018)
Wie unterscheidet sich Spätakne von jugendlicher Akne?
Obwohl Spätakne und jugendliche Akne auf denselben biologischen Prozessen beruhen, unterscheiden sie sich in ihrem typischen Erscheinungsbild und den Bedürfnissen der Haut (vgl. Dréno et al., 2018).
Jugendakne | Spätakne (Akne tarda) |
| Tritt meist während der Pubertät auf. | Beginnt häufig nach dem 25. Lebensjahr oder besteht über die Jugend hinaus fort. |
| Betrifft vor allem Stirn, Nase und Kinn (T-Zone). | Zeigt sich häufig an Kinn, Kieferlinie, Wangen und Hals. |
| Mitesser stehen oft im Vordergrund. | Entzündete Pickel, Pusteln oder schmerzhafte Knoten sind häufiger. |
| Die Haut produziert meist viel Talg. | Die Haut ist häufig empfindlicher und reagiert leichter auf reizende Pflegeprodukte. |
| Hormonelle Veränderungen während der Pubertät sind die häufigste Ursache. | Häufig spielen hormonelle Schwankungen, Stress oder weitere individuelle Faktoren zusammen (vgl. Dreno et al., 2018). |
Was sind die Ursachen für Spätakne?
Spätakne entsteht meist durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Häufig beeinflussen hormonelle Veränderungen, genetische Veranlagung, Stress oder ungeeignete Hautpflege das Hautbild und begünstigen Entzündungen (vgl. Dreno et al., 2018).
Hormonelle Veränderungen
Hormonelle Schwankungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Spätakne, insbesondere bei Frauen. Veränderungen während des Menstruationszyklus, einer Schwangerschaft, nach dem Absetzen hormoneller Verhütungsmittel oder in den Wechseljahren können die Talgproduktion anregen. Dadurch steigt das Risiko für verstopfte Poren und entzündliche Hautunreinheiten (vgl. Bagatin et al., 2019; Tan et al., 2018).
Stress und Lebensstil
Auch Stress kann Akne bei Erwachsenen verschlimmern. Unter Stress schüttet der Körper vermehrt Hormone wie Cortisol aus, die Entzündungsprozesse und die Talgproduktion beeinflussen können. Schlafmangel oder Rauchen gelten ebenfalls als Faktoren, die das Hautbild negativ beeinflussen können (vgl. Dreno et al., 2018).
Genetische Veranlagung
Ob sich Akne tarda entwickelt, hängt auch von der genetischen Veranlagung ab. Treten Akne oder unreine Haut in der Familie häufiger auf, kann das Risiko erhöht sein, auch im Erwachsenenalter unter Hautunreinheiten zu leiden (vgl. Dreno et al., 2018).
Ungeeignete Hautpflege und Kosmetik
Nicht jede Hautpflege eignet sich für Erwachsenenakne. Reichhaltige oder komedogene Produkte können die Poren verstopfen und bestehende Unreinheiten verschlimmern. Gleichzeitig kann eine zu aggressive Reinigung die Hautbarriere schwächen und Irritationen fördern. Empfehlenswert sind deshalb milde, nicht komedogene Pflegeprodukte, die auf die Bedürfnisse unreiner und empfindlicher Erwachsenenhaut abgestimmt sind (vgl. Dréno et al., 2018; Nast et al., 2016).
“Bei Erwachsenen ist Akne häufig komplexer als in der Pubertät. Eine sorgfältige Diagnose hilft dabei, andere Hauterkrankungen auszuschließen und die Behandlung gezielt auf die individuellen Auslöser und Bedürfnisse der Haut abzustimmen.”
Judith Horzel
Apothekerin und Medical Advisor bei Eau Thermale Avène
Spätakne behandeln: Was hilft wirklich?
Die Behandlung von Spätakne richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Hautveränderungen. Je nach Ausprägung kommen eine angepasste Hautpflege, medizinische Wirkstoffe oder dermatologische Therapien infrage. Ziel ist es, Entzündungen zu reduzieren, neuen Unreinheiten vorzubeugen und das Hautbild langfristig zu stabilisieren (vgl. Nast et al., 2016).
Welche Wirkstoffe helfen bei Spätakne?
Je nach Hautzustand können unterschiedliche Wirkstoffe sinnvoll sein:
- Salicylsäure: Löst abgestorbene Hautzellen und hilft, verstopfte Poren zu befreien.
- Niacinamid: Unterstützt die Hautbarriere und kann Rötungen sowie Entzündungen reduzieren.
- Retinoide: Fördern die Zellerneuerung und beugen der Entstehung neuer Mitesser vor.
- Azelainsäure: Kann Entzündungen reduzieren und eignet sich häufig auch für empfindliche Haut (vgl. Nast et al., 2016; Zaenglein et al., 2016).
Welche Wirkstoffkombination geeignet ist, hängt von Ihrem Hautzustand und möglichen Begleiterkrankungen ab. Bei anhaltenden oder ausgeprägten Beschwerden empfiehlt sich eine dermatologische Abklärung.
Welche Behandlung kommt bei stärkerer Spätakne infrage?
Reicht eine angepasste Hautpflege nicht aus oder treten ausgeprägte Entzündungen, schmerzhafte Knoten oder Aknenarben auf, kann eine dermatologische Behandlung sinnvoll sein. Welche Therapie geeignet ist, richtet sich nach dem Schweregrad der Spätakne und dem individuellen Hautzustand (vgl. Nast et al., 2016).
Je nach Ausprägung kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten infrage:
- Topische Therapie: Verschreibungspflichtige Cremes oder Gele können bei leichter bis mittelschwerer Akne tarda eingesetzt werden (vgl. Nast et al., 2016).
- Orale Medikamente: Bei stärker ausgeprägter Akne im Erwachsenenalter können beispielsweise Antibiotika verordnet werden. Die Behandlung erfolgt unter dermatologischer Kontrolle (vgl. Nast et al., 2016).
- Hormonelle Therapie: Bei hormonell bedingter Akne bei erwachsenen Frauen können hormonelle Therapieoptionen sinnvoll sein. Ob diese infrage kommen, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt (vgl. Nast et al., 2016).
- Chemische Peelings: Dermatologisch durchgeführte Peelings können das Hautbild verbessern und ergänzend zur Behandlung eingesetzt werden (vgl. Zaenglein et al., 2016).
- Laser- und Lichttherapien: In ausgewählten Fällen können diese Verfahren helfen, Entzündungen zu reduzieren oder Aknenarben zu behandeln (vgl. Zaenglein et al., 2016).
Hautpflege bei Spätakne
Eine geeignete Hautpflege ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung von Spätakne. Anders als bei jugendlicher Akne ist die Haut im Erwachsenenalter häufig empfindlicher und kann gleichzeitig zu Unreinheiten und Feuchtigkeitsmangel neigen. Ziel ist daher eine Pflegeroutine, die die Haut sanft reinigt, Entzündungen reduziert und die Hautbarriere unterstützt (vgl. Dreno et al., 2018).
Haut sanft reinigen
Die Reinigung bildet die Grundlage jeder Pflegeroutine. Sie entfernt überschüssigen Talg, Schmutz und Make-up-Rückstände, ohne die Haut unnötig auszutrocknen. Empfehlenswert sind milde, seifenfreie Reinigungsprodukte, die speziell für unreine und empfindliche Haut entwickelt wurden.
Das Cleanance Reinigungsgel reinigt fettige und zu Unreinheiten neigende Haut sanft, reduziert überschüssigen Talg und sorgt für einen langanhaltenden mattierenden Effekt. In einer Anwenderstudie berichteten 100 % der Proband*Innen nach 14 Tagen, dass ihre Haut von Unreinheiten befreit war.*
*Interne, offene monozentrische Anwenderstudie mit 50 Probanden (73 % Frauen, 27 % Männer). Anwendung zweimal täglich über 28 Tage. Beurteilung anhand eines Selbstbewertungsfragebogens.
Unreinheiten gezielt behandeln
Nach der Reinigung können passende Pflegeprodukte helfen Unreinheiten gezielt zu pflegen. Entscheidend ist eine regelmäßige Anwendung, da sich sichtbare Verbesserungen meist erst nach einigen Wochen zeigen (vgl. Nast et al., 2016). Produkte mit geeigneten Aktivstoffen können bestehende Pickel gezielt pflegen und dazu beitragen, neuen Hautunreinheiten vorzubeugen.
Die Cleanance COMEDOMED PEELING Intensiv Anti-Pickel Akutpflege wurde speziell für empfindliche, zu Akne neigende Haut entwickelt. Es hilft, Pickel, Mitesser und Pickelmale zu reduzieren und neuen Unreinheiten vorzubeugen. In einer klinischen Anwenderstudie wurden nach einem Monat Anwendung weniger Pickel, Mitesser und Pickelmale beobachtet.*
*Interne Anwenderstudie zur klinischen Wirksamkeit mit 41 Proband:innen, zweimal tägliche Anwendung auf das Gesicht über zwei Monate. Beurteilung nach 6, 15, 29 und 57 Tagen.
Täglichen Sonnenschutz nicht vergessen
Viele Wirkstoffe zur Behandlung von Spätakne können die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung machen. Gleichzeitig kann Sonneneinstrahlung das Risiko für Pickelmale und Hyperpigmentierungen erhöhen. Ein täglicher Sonnenschutz gehört deshalb zu jeder Pflegeroutine bei Akne im Erwachsenenalter (vgl. Nast et al., 2016).
Das Ultra Fluid OIL CONTROL SPF 50 schützt mit LSF 50 vor UVB- und UVA-Strahlung und beugt Hautalterung sowie Hyperpigmentierung infolge von kurzwelligem Blue Light vor.* Die wasserähnliche, ultraleichte Textur zieht schnell ein und eignet sich gut als Make-up-Grundlage. Zusätzlich wirkt das Produkt mattierend.**
*Zusätzlicher Schutz vor Hautalterung und Hyperpigmentierung infolge kurzwelligem Blue Light.
**Mattierender Effekt gemessen bei 22 Testpersonen nach einmaliger Anwendung.
Empfohlene Produkte
- COMEDOMED PEELING Intensiv Anti-Pickel Akutpflege
Cleanance
COMEDOMED PEELING Intensiv Anti-Pickel AkutpflegeReduziert Unreinheiten - Trocknet Unreinheiten aus - Ultra Fluid OIL CONTROL SPF 50
Sonnenpflege - Empfindliche Haut
Ultra Fluid OIL CONTROL SPF 50Schützt vor lichtbedingter Hautalterung - Mattiert - Schützt vor Lichtbedingte Hautalterung - Comedomed+ Intensiv Anti-Unreinheiten Konzentrat
Cleanance
Comedomed+ Intensiv Anti-Unreinheiten KonzentratKorrigiert Unreinheiten - Hilft Mitesser zu beseitigen - Reduziert Pickelmale - Reguliert Talg - Spendet Feuchtigkeit - Comedomed Peeling-Reinigungsgel
Cleanance
Comedomed Peeling-ReinigungsgelKorrigiert Unreinheiten - Macht verstopfte Poren frei - Hilft Mitesser zu beseitigen - Reguliert Talg - Reinigt - Mattiert - Glättet
Häufig gestellte Fragen
Wann Spätakne verschwindet, lässt sich nicht pauschal beantworten. Bei manchen Betroffenen treten Hautunreinheiten nur vorübergehend auf, beispielsweise im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen. Bei anderen kann Akne tarda über mehrere Jahre bestehen. Eine frühzeitige und konsequente Behandlung kann dazu beitragen, den Verlauf positiv zu beeinflussen und neue Entzündungen zu reduzieren (vgl. Nast et al., 2016).
Spätakne lässt sich häufig gut kontrollieren, eine dauerhafte Heilung ist jedoch nicht in jedem Fall möglich. Entscheidend sind die individuellen Ursachen, der Schweregrad sowie eine konsequente Hautpflege und gegebenenfalls eine dermatologische Behandlung. Viele Betroffene erreichen dadurch langfristig ein deutlich verbessertes Hautbild (vgl. Nast et al., 2016).
Ja. Nach dem Absetzen hormoneller Verhütungsmittel kann sich der Hormonhaushalt vorübergehend verändern. Dadurch kann die Talgproduktion zunehmen und Spätakne oder Akne im Erwachsenenalter erstmals auftreten oder sich verschlechtern. Die Haut benötigt häufig einige Monate, um sich auf die hormonelle Umstellung einzustellen. Halten die Beschwerden an, kann eine dermatologische Abklärung sinnvoll sein (vgl. Bagatin et al., 2019; Tan et al., 2018).
Ja. Stress gilt zwar nicht als alleinige Ursache von Spätakne, kann bestehende Hautunreinheiten jedoch verstärken. Unter Stress werden vermehrt Hormone wie Cortisol ausgeschüttet, die Entzündungsprozesse und die Talgproduktion beeinflussen können (vgl. Dreno et al., 2018).
Nicht unbedingt. Entscheidend ist die Wahl geeigneter Produkte. Nicht komedogenes Make-up verstopft die Poren nicht und eignet sich in der Regel besser für unreine Haut. Wichtig ist außerdem, das Make-up jeden Abend gründlich zu entfernen und die Haut anschließend sanft zu reinigen (vgl. Nast et al., 2016).
Quellen
Bagatin, E., Freitas, T. H. P., Rivitti-Machado, M. C., et al. (2019). Adult female acne: A guide to clinical practice. Anais Brasileiros de Dermatologia, 94(1), 62–75. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0365059620302658
Dréno, B., Bettoli, V., Araviiskaia, E., et al. (2018). The influence of exposome on acne. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 32(5), 812–819. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jdv.14820
Nast, A., Dréno, B., Bettoli, V., et al. (2016). European Evidence-based (S3) Guideline for the Treatment of Acne – Update 2016. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, 30(8), 1261–1268. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jdv.13776
Tan, A. U., Schlosser, B. J., & Paller, A. S. (2018). A review of diagnosis and treatment of acne in adult female patients. International Journal of Women's Dermatology, 4(2), 56–71. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352647517300862
Zaenglein, A. L., Pathy, A. L., Schlosser, B. J., et al. (2016). Guidelines of Care for the Management of Acne Vulgaris. Journal of the American Academy of Dermatology, 74(5), 945–973.e33. https://www.jaad.org/article/S0190-9622(15)02614-6/fulltext