Neurodermitis am Ellenbogen

Symptome erkennen und richtig pflegen

Aktualisiert am , validiert von dem medizinischen Expertenteam.

Neurodermitis am Ellenbogen ist eine häufige Ausprägung der chronisch-entzündlichen Hauterkrankung und kann sowohl die Ellenbeuge als auch die Außenseite des Ellenbogens betreffen. 

Eine regelmäßige, rückfettende Basispflege unterstützt die gestörte Hautbarriere und kann Beschwerden wie Trockenheit und Juckreiz lindern. Bei akuten oder stark ausgeprägten Ekzemen kann zusätzlich eine ärztliche Behandlung notwendig sein. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Neurodermitis am Ellenbogen erkennen, welche Auslöser eine Rolle spielen und wie Sie die betroffene Haut richtig pflegen. 

Wie zeigt sich Neurodermitis am Ellenbogen? 

Neurodermitis am Ellenbogen kann je nach Krankheitsphase unterschiedlich aussehen. Während eines akuten Schubs unterscheiden sich die Hautveränderungen von länger bestehenden Ekzemen (vgl. Lyons et al., 2015). 

Typische Symptome sind: 

  • trockene und schuppige Haut, 
  • Rötungen und entzündete Hautstellen, 
  • starker Juckreiz, 
  • Brennen oder Schmerzen, 
  • Knötchen oder Bläschen, 
  • nässende Stellen und Krusten, 
  • verdickte oder vergröberte Haut bei längerem Verlauf.

Die Meinung unserer Expertin

„Viele Betroffene beurteilen einen Neurodermitis-Schub vor allem danach, wie stark die Haut gerötet ist. Für den Alltag kann jedoch der Juckreiz der entscheidendere Faktor sein: Er stört den Schlaf, fördert unbewusstes Kratzen und kann die Haut weiter schädigen. Deshalb sollte bei der Beurteilung eines Schubs nicht nur darauf geachtet werden, wie die Haut aussieht, sondern auch darauf, wie stark und wie lange sie juckt.“

Judith Horzel

Judith Horzel

Apothekerin und Medical Advisor bei Eau Thermale Avène

Ursachen und Trigger: Warum entsteht Neurodermitis am Ellenbogen?

Neurodermitis entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dazu gehören insbesondere eine genetische Veranlagung, eine gestörte Hautbarriere und eine fehlregulierte Immunantwort. Dadurch verliert die Haut leichter Feuchtigkeit und reagiert empfindlicher auf äußere Reize (vgl. Weidinger & Novak, 2016). 

Ob und wann sich ein Ekzem am Ellenbogen oder in der Ellenbeuge verschlimmert, können individuelle Trigger beeinflussen. Nicht alle Betroffenen reagieren dabei auf dieselben Reize. Häufig spielen folgende Faktoren eine Rolle: 

  • Reibung und Kleidung: Raue Materialien wie Wolle sowie scheuernde oder eng anliegende Kleidung können empfindliche Haut zusätzlich reizen. Gerade am Ellenbogen entsteht durch Bewegung regelmäßig Reibung. 
  • Schweiß und Wärme: Schweiß kann gereizte Haut zusätzlich belasten. In der Ellenbeuge können sich Wärme und Feuchtigkeit zudem leichter stauen. 
  • Temperatur und Klima: Starke Temperaturwechsel sowie kalte und trockene Luft können den Hautzustand beeinflussen. 
  • Allergene: Bei entsprechend sensibilisierten Personen können beispielsweise Pollen, Tierhaare oder Hausstaubmilben Beschwerden begünstigen. 
  • Reizstoffe: Duftstoffe und andere reizende Inhaltsstoffe in Kosmetik, Wasch- oder Reinigungsmitteln können empfindliche Haut belasten. 
  • Stress: Psychische Belastung kann bei manchen Menschen einen bestehenden Hautzustand verschlechtern (vgl. Werfel et al., 2023).

Tipp: Wenn Schübe immer wieder auftreten, kann ein Symptomtagebuch dabei helfen, mögliche persönliche Trigger und wiederkehrende Muster zu erkennen. Nicht jeder vermeintliche Auslöser muss jedoch tatsächlich für die Beschwerden verantwortlich sein. 

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Die Neurodermitis am Ellenbogen entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, einer gestörten Hautbarriere und einer fehlregulierten Immunantwort, wobei individuelle Trigger wie Reibung, Schweiß, klimatische Faktoren oder Stress die Symptome maßgeblich beeinflussen können. 

Ellenbeuge oder Außenseite: Wo tritt Neurodermitis am Arm auf? 

Wo sich Neurodermitis am Arm besonders deutlich zeigt, kann sich mit dem Lebensalter verändern. Während bei Säuglingen und jüngeren Kindern häufig andere Körperregionen betroffen sind, treten Ekzeme bei älteren Kindern und Erwachsenen typischerweise an den Beugeseiten der Arme auf. Dazu gehört insbesondere die Ellenbeuge, also die Innenseite des Ellenbogens (vgl. Lyons et al., 2015). 

Neurodermitis in der Ellenbeuge und Armbeuge 

Die Neurodermitis in der Ellenbeuge gehört zu den typischen Beugenekzemen. Die Haut liegt hier bei angewinkeltem Arm eng aufeinander und ist regelmäßig Bewegung, Wärme und Schweiß ausgesetzt. Diese Faktoren können empfindliche Haut zusätzlich reizen und bestehende Ekzeme verschlimmern. 

Neurodermitis an der Ellenbogen-Innenseite kann dabei eine oder beide Armbeugen betreffen. Häufig treten ähnliche Hautveränderungen auch in anderen Beugeregionen auf, beispielsweise in den Kniekehlen (vgl. Werfel et al., 2023). 

Neurodermitis an der Außenseite des Ellenbogens 

Ein Ekzem am Ellenbogen kann auch an der Außenseite auftreten. Insbesondere bei Kindern können Streckseiten der Arme betroffen sein. Bei Erwachsenen sollte ein juckender oder schuppender Ausschlag am Ellenbogen außen jedoch nicht automatisch als Neurodermitis eingeordnet werden. 

Hautpflege bei Neurodermitis an Ellenbogen und Ellenbeuge 

Eine konsequente Basispflege gehört sowohl während symptomarmer Phasen als auch begleitend zur Behandlung akuter Schübe zur Neurodermitis-Therapie. Dabei sollte die Haut möglichst schonend gereinigt und anschließend regelmäßig mit rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Pflegeprodukten versorgt werden (vgl. Werfel et al., 2023). 

Neurodermitis-Haut sanft reinigen 

Bei Neurodermitis sollte die Reinigung die ohnehin empfindliche Haut nicht zusätzlich austrocknen oder reizen. Vermeiden Sie sehr heißes Wasser und starkes Reiben. Nach dem Duschen oder Baden können Sie die Haut vorsichtig trocken tupfen, statt sie mit dem Handtuch abzurubbeln. 

Das XeraCalm A.D Rückfettende Reinigungsöl wurde für trockene bis sehr trockene, juckende und atopische Haut entwickelt und eignet sich zur unterstützenden Pflege bei Neurodermitis. Es reinigt besonders mild und reduziert Juckreiz bereits ab der ersten Anwendung.* 

*Interne Anwenderstudie zur Verträglichkeit und Wirksamkeit mit 55 Probanden (22 Erwachsene, 17 Kinder, 16 Babys) unter dermatologischer und pädiatrischer Kontrolle. SCORAD zwischen 15-23,5. 1-2 Anwendungen täglich über 3 Wochen. 

Die Hautbarriere mit Basispflege unterstützen 

Nach der Reinigung sollte die Haut regelmäßig eingecremt werden. Eine rückfettende Basispflege versorgt trockene Neurodermitis-Haut mit Lipiden und Feuchtigkeit und unterstützt die beeinträchtigte Hautbarriere. 

Die XeraCalm A.D Rückfettende Creme wurde für sehr trockene, zu Neurodermitis neigende Haut entwickelt. Sie unterbricht den Teufelskreis aus Juckreiz, Kratzen, Sekundärinfektion und Entzündung. Nach einer Woche wurden 49 % weniger Trockenheit und 67 % weniger Juckreiz beobachtet.* 

*Interne Anwenderstudie zur Wirksamkeit in der Anwendung bei 55 Proband:innen mit atopischer Dermatitis, 2 Anwendungen pro Tag auf Gesicht, und Körper über 3 Monate. 

Akuten Juckreiz gezielt beruhigen 

Bei starkem lokalem Juckreiz kann die Basispflege durch eine gezielte Pflege ergänzt werden. Das XeraCalm A.D Anti-Juckreiz Konzentrat ist eine SOS-Pflege für trockene bis sehr trockene Haut und zur unterstützenden Pflege bei Neurodermitis. Es eignet sich besonders bei lokal auftretendem und wiederkehrendem Juckreiz.  

In einer Anwenderstudie mit Neurodermitis-Betroffenen fühlten die Teilnehmer bereits nach der ersten Anwendung 69 % weniger Juckreiz.* 

*Wirksamkeitsstudie mit 82 Testpersonen mit atopischer Dermatitis und/oder lokal trockenen Hautzonen mit Juckreiz. Selbstbewertung von Juckreiz unmittelbar nach der Anwendung des XeraCalm A.D Beruhigendes Konzentrat Anti-Juckreiz 

Eine Hand trägt weiße Creme auf einen wunden Ellenbogen auf.
Eine konsequente Basispflege mit rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Produkten ist bei Neurodermitis am Ellenbogen essenziell, um die Hautbarriere zu stärken sowie Beschwerden wie Trockenheit und Juckreiz wirksam zu lindern.

Empfohlene Produkte

  • XERACALM A.D - Rückfettendes Reinigungsöl

    XeraCalm

    XERACALM A.D - Rückfettendes Reinigungsöl
    Reinigt - Lindert Juckreiz - Nährt

  • XERACALM AD - Anti-Juckreiz Konzentrat

    XeraCalm

    XERACALM AD - Anti-Juckreiz Konzentrat
    Nährt - Beruhigt - Repariert

  • XERACALM AD - Rückfettender Balsam

    XeraCalm

    XERACALM AD - Rückfettender Balsam
    Lindert Juckreiz - Stärkt die Hautbarriere - Beruhigt - Verzögert Trockenheitsschübe

  • XERACALM AD Rückfettendes Milky Gel

    XeraCalm

    XERACALM AD Rückfettendes Milky Gel
    Lindert Juckreiz - Erfrischt - Beruhigt - Unterstützt die Hautbarriere bei der Regeneration - Spendet Feuchtigkeit

  • XERACALM AD - Rückfettende Creme

    XeraCalm

    XERACALM AD - Rückfettende Creme
    Lindert Juckreiz - Stärkt die Hautbarriere - Beruhigt - Verzögert Trockenheitsschübe

    Juck-Kratz-Kreislauf durchbrechen: Was hilft bei starkem Juckreiz? 

    Starker Juckreiz verleitet zum Kratzen, doch dadurch wird die bereits beeinträchtigte Haut zusätzlich verletzt. Entzündungen können sich verstärken und über aufgekratzte Stellen können Krankheitserreger leichter eindringen. Wiederholtes Kratzen kann außerdem dazu führen, dass sich die Haut mit der Zeit verdickt und vergröbert (vgl. Yang et al., 2020). 

    Diese Maßnahmen können helfen, die gereizte Haut am Ellenbogen möglichst wenig zusätzlich zu belasten: 

    • Kühlen statt kratzen: Kühle Umschläge oder Kühlkompressen können Juckreiz vorübergehend lindern. Legen Sie Kühlpacks nicht direkt auf die Haut. 
    • Fingernägel kurz halten: Kurze, glatte Nägel können das Risiko stärkerer Hautverletzungen verringern, wenn Sie unbewusst kratzen. 
    • Persönliche Trigger berücksichtigen: Treten Beschwerden nach bestimmten Aktivitäten, Kleidungsstücken oder anderen wiederkehrenden Situationen auf, kann ein Symptomtagebuch helfen, individuelle Zusammenhänge zu erkennen. 

    Bei sehr starkem oder anhaltendem Juckreiz sollte die Behandlung ärztlich abgestimmt werden. Besonders aufgekratzte, nässende oder verkrustete Hautstellen sollten untersucht werden, da sie auf eine zusätzliche Infektion hindeuten können. 

    Wann sollte ein Ausschlag am Ellenbogen ärztlich abgeklärt werden? 

    Ein juckender oder roter Ausschlag am Ellenbogen muss nicht zwangsläufig Neurodermitis sein. Auch andere Hauterkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen. Eine dermatologische Untersuchung ist deshalb insbesondere bei erstmals auftretenden, ungewöhnlichen oder anhaltenden Hautveränderungen sinnvoll. 

    Ärztlichen Rat sollten Sie außerdem einholen, wenn: 

    • das Ekzem stark entzündet ist oder sich zunehmend ausbreitet, 
    • nässende Stellen, ausgeprägte Krusten oder offene Hautstellen auftreten, 
    • starke Schmerzen oder anhaltender Juckreiz bestehen, 
    • die Beschwerden trotz Basispflege nicht zurückgehen oder sich verschlimmern, 
    • wiederkehrende oder schwere Schübe auftreten, 
    • Anzeichen für eine Infektion der geschädigten Haut bestehen (vgl. Werfel et al., 2023). 

    Gerade ein juckender Ausschlag an der Außenseite des Ellenbogens kann auch andere Ursachen haben. Bei Psoriasis treten beispielsweise häufig scharf begrenzte, gerötete und mit silbrig-weißen Schuppen bedeckte Plaques an den Streckseiten der Ellenbogen auf. Neurodermitis zeigt sich bei älteren Kindern und Erwachsenen dagegen typischerweise an den Beugeseiten. Das Erscheinungsbild allein reicht jedoch nicht für eine sichere Diagnose aus (vgl. Kapur et al., 2018). 

    Eine frühzeitige ärztliche Abklärung ist auch deshalb sinnvoll, weil sich die Behandlung nach Ursache und Schweregrad der Hautveränderungen richtet. 

    Fazit: Die Haut am Ellenbogen langfristig stabilisieren 

    Neurodermitis verläuft in Phasen. Auch wenn sich nicht jeder neue Schub verhindern lässt, lohnt es sich, die Bedürfnisse der Haut im Alltag aufmerksam zu beobachten. Mit der Zeit kann es leichter werden, persönliche Trigger zu erkennen und frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren. 

    Dabei zählt vor allem Kontinuität. Geben Sie Ihrer Haut auch in ruhigeren Phasen die Pflege und Aufmerksamkeit, die sie benötigt, und holen Sie sich bei stärkeren Beschwerden Unterstützung. So muss nicht jeder neue Hautausschlag am Ellenbogen den Alltag bestimmen. 

    Häufig gestellte Fragen

    Ja. Besonders bei älteren Kindern und Erwachsenen gehören die Ellenbeugen zu den typischen Körperstellen für Neurodermitis. Die Erkrankung kann jedoch auch andere Bereiche des Körpers betreffen. Wo Ekzeme bevorzugt auftreten, kann sich zudem mit dem Lebensalter verändern (vgl. Werfel et al., 2023).

    Bei Neurodermitis am Ellenbogen ist eine regelmäßige, rückfettende Basispflege wichtig, um die gestörte Hautbarriere zu unterstützen. Individuelle Trigger und zusätzliche Hautreizungen sollten möglichst vermieden werden. Bei starkem Juckreiz können kühlende Maßnahmen helfen, den Drang zum Kratzen zu reduzieren. Stark entzündete, nässende oder anhaltende Ekzeme sollten ärztlich abgeklärt werden (vgl. Werfel et al., 2023).
     

    Juckreiz gehört zu den charakteristischen Beschwerden der Neurodermitis. Kratzen kann die geschädigte Haut zusätzlich reizen und den Juckreiz weiter verstärken. In der Ellenbeuge können zudem Reibung, Wärme und Schweiß die empfindliche Haut belasten. Kühlung und eine konsequente Basispflege können dabei helfen, die Haut zu beruhigen.

    Für die tägliche Basispflege eignen sich rückfettende und feuchtigkeitsspendende Produkte, die auf die Bedürfnisse trockener und zu Neurodermitis neigender Haut abgestimmt sind. Wichtig ist, die Haut nicht nur während eines Schubs, sondern auch in symptomarmen Phasen regelmäßig zu pflegen. Bei akut entzündeten Ekzemen können zusätzlich ärztlich verordnete Medikamente erforderlich sein (vgl. Werfel et al., 2023).
     

    Nein. Rötungen, Schuppung und Juckreiz können unterschiedliche Ursachen haben. Neben Neurodermitis kommen beispielsweise andere Ekzeme oder Psoriasis infrage. Insbesondere neu auftretende, ungewöhnliche oder anhaltende Hautveränderungen sollten deshalb dermatologisch abgeklärt werden.

    Quellen 

    Kapur, S., Watson, W., & Carr, S. (2018). Atopic dermatitis. Allergy, Asthma & Clinical Immunology, 14(Suppl 2), 52. https://doi.org/10.1186/s13223-018-0281-6 

    Lyons, J. J., Milner, J. D., & Stone, K. D. (2015). Atopic Dermatitis in Children: Clinical Features, Pathophysiology, and Treatment. Immunology and Allergy Clinics of North America, 35(1), 161–183. https://doi.org/10.1016/j.iac.2014.09.008 

    Weidinger, S., & Novak, N. (2016). Atopic dermatitis. The Lancet, 387(10023), 1109–1122. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(15)00149-X 

    Werfel, T., Heratizadeh, A., Aberer, W., et al. (2023).S3-Leitlinie Atopische Dermatitis (AD) [Neurodermitis; atopisches Ekzem]. AWMF-Registernummer 013-027. Stand: 16.06.2023. AWMF: S3-Leitlinie Atopische Dermatitis 

    Yang, G., Seok, J. K., Kang, H. C., Cho, Y.-Y., Lee, H. S., & Lee, J. Y. (2020). Skin Barrier Abnormalities and Immune Dysfunction in Atopic Dermatitis. International Journal of Molecular Sciences, 21(8), 2867. https://doi.org/10.3390/ijms21082867