Teleangiektasien
Rote Äderchen im Gesicht erkennen und behandeln
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Rote Äderchen im Gesicht fallen besonders an Wangen und Nase auf. Während vorübergehende Rötungen wieder verschwinden, können feine Gefäßzeichnungen dauerhaft sichtbar bleiben oder mit der Zeit deutlicher hervortreten.
Solche Veränderungen können unterschiedliche Hintergründe haben und sind nicht immer rein kosmetischer Natur. Eine passende Pflege kann empfindliche, zu Rötungen neigende Haut unterstützen, während für dauerhaft sichtbare Äderchen je nach Ursache andere Maßnahmen infrage kommen.
Was sind Teleangiektasien?
Teleangiektasien sind dauerhaft erweiterte kleine Blutgefäße, die durch die Haut als feine rote, rötlich-violette oder teilweise bläuliche Linien sichtbar werden. Sie können einzeln, verzweigt oder als kleines Gefäßnetz auftreten. Anders als eine vorübergehende Hautrötung bleiben die Gefäße dauerhaft sichtbar.
Umgangssprachlich werden Teleangiektasien häufig als „geplatzte Äderchen“ oder „rote Adern“ bezeichnet. Tatsächlich sind die Gefäße in der Regel nicht geplatzt, sondern erweitert.
Im Gesicht treten Teleangiektasien besonders häufig an Wangen und Nase auf, können sich aber auch an anderen Körperstellen zeigen. Eine besondere Form ist der Spider Naevus: Dabei verlaufen kleinere Gefäße strahlenförmig von einem zentralen Gefäß nach außen.
Warum entstehen Teleangiektasien?
Teleangiektasien können aus unterschiedlichen Gründen entstehen. Eine wichtige Rolle spielen genetische Veranlagung und altersbedingte Veränderungen der Gefäße und des umgebenden Gewebes. Im Gesicht können Teleangiektasien zudem im Zusammenhang mit Hauterkrankungen wie Rosacea auftreten.
Welche Ursache hinter den roten Äderchen im Gesicht steckt, lässt sich daher nicht pauschal beantworten. Neben Veranlagung und Hautalterung können unter anderem folgende Faktoren beziehungsweise Erkrankungen eine Rolle spielen:
- UV-Strahlung: Langjährige Sonneneinwirkung kann Gefäßveränderungen der Haut fördern.
- Rosacea: Sichtbare erweiterte Gefäße können Teil des typischen Hautbildes sein.
- Hormonelle Veränderungen: Sie können die Gefäßreaktion und Hautdurchblutung beeinflussen.
- Bestimmte Erkrankungen: Teleangiektasien können seltener auch im Zusammenhang mit anderen dermatologischen oder systemischen Erkrankungen auftreten.
Davon zu unterscheiden sind Faktoren wie Hitze, Kälte, scharfes Essen, Alkohol, körperliche Anstrengung oder Stress. Sie können insbesondere bei Rosacea vorübergehende Gesichtsrötungen auslösen oder verstärken, sind aber nicht automatisch die Ursache dafür, dass ein Gefäß dauerhaft erweitert bleibt.
Teleangiektasien, Couperose und Rosacea: Was ist der Unterschied?
Teleangiektasien, Couperose und Rosacea können sich im Gesicht ähnlich zeigen und auch gemeinsam auftreten. Die Begriffe bezeichnen jedoch nicht dasselbe. Während Teleangiektasien zunächst sichtbare Gefäßveränderungen beschreiben, ist Rosacea eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit unterschiedlichen Erscheinungsformen (vgl. van Zuuren et al., 2021). Rote Äderchen im Gesicht bedeuten daher nicht automatisch, dass eine Rosacea vorliegt.
Begriff | Was bedeutet er? |
| Teleangiektasien | Dauerhaft erweiterte, oberflächlich sichtbare kleine Blutgefäße. Sie können unabhängig auftreten, aber auch Bestandteil anderer Hauterkrankungen sein. |
| Couperose | Bezeichnung für ein Hautbild mit sichtbaren Äderchen und Rötungen, insbesondere an Wangen und Nase. Der Begriff wird nicht einheitlich als medizinische Diagnose verwendet. |
| Rosacea | Chronisch-entzündliche Hauterkrankung, bei der anhaltende Rötungen und Teleangiektasien auftreten können. Je nach Ausprägung können weitere Beschwerden und Hautveränderungen hinzukommen (vgl. van Zuuren et al., 2021). |
„Bei sichtbaren Äderchen ist nicht allein entscheidend, wie ausgeprägt sie sind. Wichtig ist auch, ob sich das Hautbild verändert und weitere Beschwerden hinzukommen. Einzelne Teleangiektasien können harmlos sein, während zusätzliche anhaltende Rötungen oder andere Hautveränderungen Hinweise auf ein zugrunde liegendes Hautbild geben können.“
Judith Horzel
Apothekerin und Medical Advisor bei Eau Thermale Avène
Sind Teleangiektasien gefährlich?
Teleangiektasien sind häufig harmlos und vor allem ein kosmetisches Anliegen. Sichtbare Gefäßerweiterungen können jedoch unterschiedliche Ursachen haben und in manchen Fällen als Begleiterscheinung einer Hauterkrankung oder seltener einer anderen Erkrankung auftreten. Entscheidend ist deshalb das gesamte Erscheinungsbild und nicht das einzelne sichtbare Äderchen.
Eine dermatologische Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn die Gefäßveränderungen:
- neu und ohne erkennbare Ursache auftreten,
- sich rasch vermehren oder deutlich verändern,
- von weiteren auffälligen Hautveränderungen begleitet werden,
- gemeinsam mit anhaltenden Gesichtsrötungen oder anderen Beschwerden auftreten,
- oder an ungewöhnlichen Körperstellen beziehungsweise großflächig sichtbar werden.
Seltener kommen Teleangiektasien auch im Zusammenhang mit anderen dermatologischen oder systemischen Erkrankungen vor. Welche Bedeutung sie haben, lässt sich daher am zuverlässigsten im Zusammenhang mit weiteren Symptomen und der Krankengeschichte beurteilen.
Können sich Teleangiektasien zurückbilden oder entfernen lassen?
Bereits dauerhaft erweiterte und sichtbare Gefäße bilden sich in der Regel nicht von selbst zurück. Hautpflege kann Rötungen beruhigen und empfindliche Haut unterstützen, die bestehenden Teleangiektasien jedoch nicht beseitigen. Für eine gezielte Entfernung kommen dermatologische Verfahren infrage (vgl. van Zuuren et al., 2019).
Zu den etablierten Möglichkeiten zählen insbesondere Gefäßlaser und intensive gepulste Lichtquellen (IPL). Die Lichtenergie wird vom Hämoglobin in den Blutgefäßen aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Dadurch wird das behandelte Gefäß geschädigt und anschließend vom Körper abgebaut (vgl. Wat et al., 2014; Nguyen et al., 2026).
Welches Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem von Größe, Tiefe und Lage der Gefäße sowie vom Hauttyp ab. Je nach Ausprägung können mehrere Behandlungen notwendig sein (vgl. Nguyen et al., 2026). Auch nach einer erfolgreichen Behandlung können später erneut sichtbare Gefäßerweiterungen entstehen.
Was kann man gegen rote Äderchen im Gesicht tun?
Sind rote Äderchen bereits dauerhaft sichtbar, lassen sie sich durch Pflege oder Veränderungen des Lebensstils nicht wieder verschließen. Dennoch kann es sinnvoll sein, Faktoren zu reduzieren, die Gesichtsrötungen verstärken, und empfindliche Haut konsequent vor zusätzlichen Belastungen zu schützen.
Dabei können folgende Maßnahmen helfen:
- UV-Schutz nicht vergessen: UV-Strahlung kann Gefäßveränderungen der Haut begünstigen. Schützen Sie das Gesicht daher konsequent vor intensiver Sonneneinstrahlung.
- Extreme Temperaturen vermeiden: Große Temperaturwechsel und starke Hitze können die Durchblutung der Gesichtshaut verstärken und vorhandene Rötungen deutlicher hervortreten lassen.
- Haut möglichst wenig reizen: Aggressive Peelings, starkes Reiben und reizende Kosmetik können empfindliche Haut zusätzlich belasten.
- Persönliche Trigger beobachten: Alkohol, scharfes Essen, heiße Getränke, intensive körperliche Belastung oder Stress können insbesondere bei zu Rosacea neigender Haut Rötungen beziehungsweise Flushs verstärken. Welche Faktoren eine Rolle spielen, ist individuell verschieden (vgl. van Zuuren et al., 2021).
- Sanfte Hautpflege wählen: Eine auf empfindliche und zu Rötungen neigende Haut abgestimmte Pflege kann dazu beitragen, unangenehme Hautgefühle und Rötungen zu beruhigen.
Hausmittel wie Apfelessig, Honig oder Aloe vera können dauerhaft erweiterte Gefäße nicht entfernen. Gerade bei empfindlicher oder zu Rosacea neigender Haut können reizende Substanzen die Haut zusätzlich belasten. Eine milde, gut verträgliche Pflege ist daher die bessere Wahl.
Welche Pflege eignet sich bei Teleangiektasien und geröteter Haut?
Bei sichtbaren Äderchen sollte die Hautpflege vor allem auf die Bedürfnisse der umgebenden empfindlichen und zu Rötungen neigenden Haut abgestimmt sein. Milde Formulierungen und eine ausreichende Feuchtigkeitsversorgung können die Hautbarriere unterstützen und zusätzliche Irritationen vermeiden.
Pflege bei anhaltenden Gesichtsrötungen
Das Antirougeurs Rosamed Anti-Rötungen Konzentrat wurde speziell für empfindliche, zu vorübergehenden oder dauerhaften Rötungen neigende Haut entwickelt und eignet sich auch bei sichtbaren Blutgefäßen.
Die leichte, nicht fettende Pflege beruhigt das mit Rötungen verbundene Hitze- und Unbehaglichkeitsgefühl und kann bestehende Gesichtsrötungen sichtbar reduzieren. Nach regelmäßiger Anwendung nahm die Intensität der Rötungen um 48 % ab.*
*Interne Anwenderstudie. Selbsteinschätzung anhand der GFSS-Skala (Global Flushing Severity Score), 41 Probanden, 2 tägliche Anwendungen über 29 Tage.
Feuchtigkeitspflege für empfindliche Haut
Ist die Haut zusätzlich feuchtigkeitsarm oder reagiert schnell empfindlich, kann eine reduzierte Feuchtigkeitspflege die Hautbarriere unterstützen. Für empfindliche normale bis Mischhaut eignet sich das Tolérance Hydra-10 Feuchtigkeitsspendende Fluid. Die leichte Formulierung versorgt die Haut bei regelmäßiger Anwendung bis zu 48 Stunden mit Feuchtigkeit.*
*Interne Anwenderstudie mit 31 Probanden, Vergleich Hydratationsindex (HI) im Produktapplikationsareal vs. unbehandeltem Kontrollareal nach einmaliger Applikation, Messung der Remanenzzeit nach 48 h an T9 (zwischen T7 [letzte Anwendung] und T9).
Tipp: Bei trockener bis sehr trockener empfindlicher Haut können Sie stattdessen zur reichhaltigeren Tolérance Hydra-10 Feuchtigkeitscreme greifen. Sie ist auf die Bedürfnisse trockener bis sehr trockener Haut abgestimmt und versorgt die Haut bei regelmäßiger Anwendung bis zu 48 Stunden mit Feuchtigkeit.*
*Interne Anwenderstudie mit 30 Probanden, Vergleich Hydratationsindexes (HI) im Produktapplikationsareal vs. unbehandeltem Kontrollareal nach einmaliger Applikation, Messung der Remanenz Zeit nach 48h an T9 (zwischen T7 [letzte Anwendung] und T9).
Empfohlene Produkte
- Anti-Rötungen Konzentrat
Antirougeurs Rosamed
Anti-Rötungen KonzentratBeruhigt - Spendet Feuchtigkeit - Reduziert Rötungen - SPF 50+ Anti-Rötungen Konzentrat Protect
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Wie lassen sich rote Äderchen im Gesicht kaschieren?
Wer sichtbare Äderchen als störend empfindet, kann sie mit Make-up vorübergehend weniger auffällig erscheinen lassen. Grüntöne eignen sich besonders zum Neutralisieren von Rötungen, da Grün und Rot Komplementärfarben sind.
Ein grüner Corrector kann gezielt auf gerötete Stellen oder einzelne Äderchen aufgetragen werden. Anschließend lässt sich der Teint mit einer Foundation oder einem Concealer ausgleichen. Bei empfindlicher und zu Rötungen neigender Haut sollten die verwendeten Produkte möglichst gut verträglich sein und beim Auftragen nicht stark eingerieben werden.
Wichtig ist die Unterscheidung: Kaschieren verändert nur das sichtbare Hautbild. Die erweiterten Gefäße selbst bleiben bestehen.
Fazit: Sichtbare Äderchen richtig einordnen
Sichtbare Äderchen gehören zu den Hautveränderungen, die sich nicht immer vollständig kontrollieren lassen. Umso hilfreicher ist es, die eigene Haut kennenzulernen und darauf zu achten, was Rötungen verstärkt oder die Haut zusätzlich belastet.
Dabei muss nicht jede sichtbare Veränderung zum täglichen Problem werden. Wer weiß, was hinter den feinen Gefäßen steckt und welche Möglichkeiten tatsächlich bestehen, kann bewusster entscheiden, ob die Äderchen überhaupt behandelt werden sollen oder ob ein möglichst schonender Umgang mit der Haut im Vordergrund steht.
Häufig gestellte Fragen
Beide Begriffe beschreiben sichtbare erweiterte Blutgefäße, werden jedoch typischerweise für unterschiedliche Körperregionen verwendet. Als Besenreiser werden vor allem kleine sichtbare Gefäße an den Beinen bezeichnet. Im Gesicht spricht man eher von Teleangiektasien oder umgangssprachlich von roten Äderchen.
Mit zunehmendem Alter können oberflächliche Gefäße deutlicher sichtbar werden. Dabei spielen Veränderungen der Haut und Gefäße ebenso eine Rolle wie äußere Einflüsse, denen die Haut über längere Zeit ausgesetzt war. Dazu zählt insbesondere UV-Strahlung.
Die sichtbaren Gefäße selbst verursachen nicht zwangsläufig Beschwerden. Treten Teleangiektasien jedoch gemeinsam mit einem empfindlichen oder geröteten Hautbild auf, können zusätzlich unangenehme Empfindungen wie Brennen oder Wärmegefühl vorkommen. Solche Begleiterscheinungen können beispielsweise im Zusammenhang mit Rosacea auftreten.
Teleangiektasien können mit der Zeit deutlicher sichtbar werden, sodass sie scheinbar plötzlich auffallen. Eine vorübergehende Rötung nach Hitze, Sport oder Aufregung ist dagegen nicht automatisch eine Teleangiektasie. Bleiben neu aufgetretene Gefäßzeichnungen dauerhaft sichtbar oder verändern sie sich deutlich, ist eine dermatologische Einordnung sinnvoll.
Eine genetische Veranlagung oder altersbedingte Veränderungen lassen sich nicht verhindern. Die Haut kann jedoch vor Faktoren geschützt werden, die Gefäßveränderungen oder Rötungen begünstigen. Dazu gehören insbesondere konsequenter UV-Schutz und eine möglichst reizarm abgestimmte Hautpflege.
Quellen
Nguyen, L. et al. (2026). Laser and energy-based devices for treating rosacea – a systematic review and network meta-analysis. Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. https://doi.org/10.1111/ddg.15961
van Zuuren, E. J. et al. (2019). Interventions for rosacea based on the phenotype approach: an updated systematic review including GRADE assessments. British Journal of Dermatology, 181(1), 65–79. https://doi.org/10.1111/bjd.17590
van Zuuren, E. J., Arents, B. W. M., van der Linden, M. M. D., Vermeulen, S., Fedorowicz, Z. & Tan, J. (2021).Rosacea: New Concepts in Classification and Treatment. American Journal of Clinical Dermatology, 22, 457–465. https://doi.org/10.1007/s40257-021-00595-7
Wat, H., Wu, D. C., Rao, J. & Goldman, M. P. (2014). Application of Intense Pulsed Light in the Treatment of Dermatologic Disease: A Systematic Review. Dermatologic Surgery, 40(4), 359–377. https://doi.org/10.1111/dsu.12424