21/08/2019 - News

Gut paniert ist halb entspannt

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Gut paniert ist halb entspannt | Eau Thermale Avène

Foto: Unsplash_Jim_Gade




 
 
Manchmal kommt es mir so vor, als wäre mein Leben als freiberuflich arbeitende Mutter ein stetiger Kampf gegen Windmühlen. Ich halte mich zwar für einen zutiefst positiv denkenden und lebensbejahenden Menschen. Aber auch ich komme manchmal an den Punkt (meistens eine Woche vor meiner Periode oder wenn mein Vitamin-D-Pegel mal wieder ins Unterirdische abgesackt ist), dass ich mich am liebsten in einer Höhle vergraben und einige Tage unsichtbar werden würde. Macht ihr mal ohne mich weiter, Mama braucht 'ne Pause.

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Gut paniert ist halb entspannt | Eau Thermale Avène


Mein Sohn scheint diesen unausgesprochenen Wunsch aus irgendeinem Grund zu kennen. Vielleicht hat er telepathische Fähigkeiten oder das Shining, denn wundersamerweise hegt er jedes Mal, wenn wir auch nur in die Nähe eines Sandhaufens kommen, den scheinbar unstillbaren Drang, mich schaufelweise mit Erdreich zu überschütten, um mich in eine Art lebende Sandburg zu verwandeln. Ich finde das prinzipiell nicht verwerflich, Sandpeelings sollen ja gut für die Haut sein. Aber wenn ich mal in den seltenen Genuss einer Auszeit in Form von Strand und Meeresrauschen komme und gerade dabei bin, meinen frisch mit Lichtschutzfaktor 50 eingecremten Körper Richtung Sonne auszurichten, gibt es wahrlich Schöneres als ein Kind mit dem zwanghaften Verlangen, mich als Unterbau für seine geplante Festung zu nutzen. Selbst Tage nach meiner Rückkehr ins heimische Berlin spüle ich noch Berge an Sand aus meinen Haaren, Nägeln oder sonstigen Körperfalten. Die schlimmste Erinnerung in dieser Hinsicht ist der Tag, an dem ich meine eigene Sonnencreme zu Hause vergessen hatte und auf ein nicht weiterzuempfehlendes Kinderprodukt aus dem Supermarkt umsteigen musste. Eine zähe weiße Schicht überzog meinen Körper wie eine zweite Haut und nach der obligatorischen Sandkur meines Sohnes sah ich aus wie ein paniertes Schnitzel. Auf die qualvollen Studen, die ich bürstend damit verbrachte, diesen unansehnlichen Urlaubsteint anschließend wieder zu entfernen, will ich an dieser Stelle nicht näher eingehen. Instagrammable war es jedenfalls nicht. #nopicoftheday

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mein Sonnenschein-Kind nicht ganz alleine dafür verantwortlich war, dass so mancher Strandtag nicht den perfekten Verlauf nahm. Auch mein notorisch laxer Umgang mit Schraubverschlüssen jeglicher Art und meine Unbedachtheit beim Zusammenstopfen von scharfkantigen Gegenständen einerseits und fragil verpackten Hautpflegeprodukten andererseits in ein und dasselbe Beutelchen trugen das Ihre dazu bei. Und so musste ich beinahe jedes Mal beim Auspacken feststellen, dass Primer, Make-up, Bronzer und Moisturizer von einem zwar wohlriechenden, aber leider ausgesprochen klebrigen Film bedeckt waren. „Mir bleibt aber auch nichts erspart“, ist mein erster Gedanke in solchen Momenten, bevor sich die Erkenntnis durchsetzt, dass ich mir das wohl leider selbst eingebrockt habe. Der restliche Urlaub steht dann unter dem Motto #nomakeup, während ich versuche, wenigstens noch die Reste aus den Tuben zu kratzen.

Beruhigend auf meine Nerven wirkt sich in der Regel die Beobachtung meiner Handtuch-Nachbarn aus. Offensichtlich werden andere Menschen noch mehr vom Schicksal gebeutelt als ich. Ganze Horden von Urlaubern scheinen regelmäßig Trickbetrügern zum Opfer zu fallen, die sich einen Spaß daraus machen, ihnen die Sonnencremes aus den Rollkoffern zu stehlen. Wie sonst lassen sich die vielen krebsroten Körper erklären, die ungeschützt in der erbarmungslosen Mittagshitze vor sich hin braten? Mein Mitleid gilt diesen armen Menschen, bei deren Anblick ich jedes Mal den tiefen Wunsch verspüre, mein Sohn möge sich auch ihrer annehmen und sie wenigstens mit ein paar kleinen Schaufeln Sand bedecken, um ihnen größeres Leid zu ersparen. Ganz besonders nimmt mich dabei der Anblick von schlafenden Menschen am Strand mit. Zuweilen liegen sie scheinbar ohnmächtig stundenlang da, eine Hand auf dem Bauch ruhend, als könnte sie diese Hand irgendwie vor dem unausweichlichen Sonnenbrand schützen. Zumindest bleibt ihnen am Tag danach eine Körperstelle, die nicht bei jeder kleinsten Berührung schmerzt. Vielleicht ist diese Tatsache in Kombination mit dem punktuellen und allgemeine Heiterkeit hervorrufenden Bräunungsdefizit wenigstens ein kleiner Trost. Angesichts solcher traurigen Schicksale fühle ich, wie sich mein eigener Frust aufzulösen beginnt und einer tiefen Entspannung und Zufriedenheit weicht. Ich hätte es auch deutlich schlimmer treffen können und im Grunde ist all das Jammern doch nur hinderlich beim Wunsch, sich einmal so richtig freizumachen und den Alltag zu vergessen. Man stelle sich nur vor, man müsste mit der Frau drei Bastmatten zu meiner Rechten tauschen. Ihre vortrefflich geformten und minimalst mit Stoff umhüllten Körperformen provozieren bei nahezu jedem männlichen Wesen im Umkreis von 500 Metern die blödsinnigsten Annäherungsversuche in Form von eigentlich längst begraben geglaubten Altherrensprüchen, Zwinkerattacken oder plumpen Getränkeofferten. Wie soll bei dieser Gesellschaft jemals so etwas wie Urlaubsgefühl aufkommen? Dann lasse ich mich doch lieber mit Sonnencreme einbalsamieren und anschließend im Sand einbuddeln, als mit solchen beklagenswerten Artgenossinnen zu tauschen.

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Gut paniert ist halb entspannt | Eau Thermale Avène


Doch kommen wir zurück zum Wesentlichen. Keine weiteren Ablenkungen mehr, Mama wollte sich ja schließlich in die Waagerechte befördern und einfach mal einen Augenblick abschalten. Aber Moment: Hat das Kind eigentlich noch seine Schwimmflügel an? Spielt es wieder Doktorspiele mit angeschwemmten Quallentieren? Oder steht es mit seinen entwaffnenden Kulleraugen vor der nächstbesten Familie, die sich gerade eine Portion Fast Food einverleiben will? Und schon sitzt Mama wieder kerzengerade auf der Bastmatte und scannt den Strand ab. Überzuckerte Kaltgetränke wirken in solchen Fällen beruhigend auf das angespannte Nervenkostüm aller Beteiligten und regelmäßige Besuche beim nächstgelegenen Eisverkäufer sorgen beim kleinen Baggerfahrer für gute Laune. Wenn es anschließend nur nicht immer so schwierig wäre, ihm diese schlechten Urlaubsangewohnheiten wieder abzugewöhnen. Aber Urlaub ist eben Urlaub. Das schlechte Gewissen gebe ich daher genauso selbstzufrieden am Check-in-Schalter ab wie gewisse Erziehungsregeln und die damit einhergehende Sanktionstabelle.

Ungeachtet aller Widrigkeiten sind Wasser, Strand und Palmen ein stetiger Quell der Freude für mich und meine Jungs und unser Energiekonto bedankt sich artig, indem es uns anschließend für eine ganze Weile durch die Windmühlen des Berliner Alltags trägt.
 

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 Katrin Schlotterhose für Eau Thermale Avène


Katrin Schlotterhose ist selbstständige Journalistin, Bloggerin und Redakteurin. Den Sommerurlaub verbringt sie am liebsten mit Mann und Sohn am Comer See. (Foto: Steffen Roth)
 
 
 

 

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