10/02/2020 -

Auf einmal war alles anders…

nadine-heller-menzel_473x466.jpg
Auf einmal war alles anders | Eau Thermale Avène

Foto: Nadine Heller-Menzel



Alexandra von Korff ist ­Anfang 40, berufstätig und Mutter zweier Kinder, als sie die Diagnose Brustkrebs erhält. Damit ist sie eine von circa 70 000 Frauen, die in Deutschland jährlich davon neu betroffen sind. Hier lässt sie uns am Weg durch die Krankheit teilhaben – vom Umgang mit der Diagnose über den Weg durch die Therapie bis hin zu den Dingen, die ihr Kraft gegeben haben.

 
Es war ein ganz normaler Tag in meinem Mama-Leben. Ich hatte eine kleine Auszeit genommen, um mich an einem Wochenende mit ehemaligen Kolleginnen in London zu treffen. Dort stand ich unter der Dusche, habe mal ein bisschen länger als sonst geduscht, ich hatte ja Zeit für mich, und auf einmal ertaste ich einen Knubbel in meiner Brust. Nach meiner Rückkehr bin ich dann gleich zum Check-up zu meiner Frauen­ärztin gegangen. Glücklicherweise!“
Kurz darauf erhält Alexandra von Korff, Projektmanagerin und Mutter zweier kleiner Kinder, die Diagnose Brustkrebs, verbunden mit der Aussage, dass es sich um einen sehr aggressiven, schnell wachsenden Tumor handle. Ein riesiger Schock. Alexandra liefen die Tränen über die Wangen. Ihre Senologin (Expertin auf dem Gebiet der weiblichen Brust) sagte ihr, dass sie sofort mit dem vollen Programm beginnen müssten: OP, Chemo und Bestrahlung. Alexandras erste Gedanken nach dieser Hiobsbotschaft galten ihren Kindern: „Die beiden waren zu dem Zeitpunkt ein und zwei Jahre alt. Immer wenn ich ihnen in den folgenden Tagen abends vorlas, dachte ich: Was ist, wenn sie mich vielleicht bald nicht mehr haben?“


fotostudio-balsereit-koeln_473x466.jpg
Auf einmal war alles anders | Eau Thermale Avène

Foto: Fotostudio Balsereit Köln

 
Diagnose Krebs: ein Fulltime-Job
Nach dem ersten Schock sammelte sie ihre Kraft und ging das Ganze wie ein kleines Projekt an: „Ich habe Ordner besorgt und angefangen, alles in ein Tagebuch zu schreiben. Ein Termin jagte den nächsten. Alles zu organisieren, fühlte sich an wie ein neuer Fulltime-Job: Papierkram, Überweisungen an Fachärzte, Vorbereitungsgespräche mit dem Anästhesisten, das Organisieren einer Haushaltshilfe für die nächste Zeit, E-Mails und Telefonate mit der Krankenkasse.“ Dann ging alles ganz schnell: Bereits eine Woche nach der Diagnose fand die erste Operation statt. Alexandra wurden die Lymphknoten entfernt und ein Port gelegt, über den sie in der Folge die Chemotherapie erhalten würde. Die Operation verlief gut, aber die Ärzte hatten kurz zuvor im MRT einen zweiten, kleineren Tumor entdeckt, den sie bei der OP gleich mit entfernten.
 

Wie lebt es sich ohne Haare?
Bevor die Chemo richtig losging und ihr die Haare ausfallen würden, wollte sich Alexandra noch einmal mit ihrer Familie fotografieren lassen. Gesagt, getan. Anschließend ging sie für einen Kurzhaarschnitt zum Friseur. „Ich wollte mich und vor allem meine Kinder langsam an das neue Bild gewöhnen.“ Dann begann die Chemotherapie. „Ich bin mit Meditations-App und Ingwerwasser sowie einigen Filmen zur allerersten Sitzung gegangen, denn ich war ja sehr aufgeregt. Aber die Dimension all dessen, was gerade passierte, konnte ich noch gar nicht fassen“, erinnert sich die Wahl-Kölnerin. Die Nebenwirkungen machten sich leider sofort bemerkbar: „Es wurde mit der aggressiven Chemo begonnen. Dann gab es Pausen dazwischen, sodass sich mein Körper wieder erholen konnte.“
Ihre Haare fielen nach der zweiten Sitzung komplett aus. 
Alexandra hatte jetzt eine Glatze und stellte ein Foto von sich auf Facebook, um zu vermitteln: „Ich habe Krebs, sprecht mich darauf an. Die Krankheit ist jetzt Teil meines Lebens.“ Die riesige Resonanz auf das Bild bestärkte sie in ihrem Entschluss, öffentlich mit ihrer Krankheit und den Begleiterscheinungen umzugehen und dadurch vielleicht anderen Betroffenen zu helfen. Sie wollte weder Perücke noch Mütze tragen und ihre Geschichte auch nicht verstecken, sondern vielmehr von Anfang an öffentlich machen. Alexandra begann sich zu engagieren und zu netzwerken, wodurch unter anderem die DKMS LIFE, die kostenlose Kosmetik-Seminare für Krebspatientinnen anbietet, auf sie aufmerksam wurde: der Startschuss zu einer langfristigen Zusammenarbeit.
 

Positiv bleiben
„Denken Sie nicht an Ihre Krebszellen, denken Sie an Ihre gesunden Zellen“, riet ihre Ärztin. „Von da an habe ich mir vorgestellt, dass meine Zellen auf eine kleine Kreuzfahrt gehen. Diese Idee kam mir wahrscheinlich in den Sinn, weil ich früher mal auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet hatte.“ Und damit die gesunden Zellen sich immer wieder gut erholen konnten und fit für den Kampf wären, nahm Alexandra sich so häufig wie möglich Auszeiten, um sich wieder zu regenerieren. Nach ihrem ersten Chemotherapie-­Block flog sie beispielsweise zu einem Yoga-Retreat nach Bali, um dort ihre Akkus aufzuladen. Generell war Sport ein fester Bestandteil ihres Alltags: Neben regelmäßigen Yoga-Stunden und Outdoor-­Sport verbrachte Alexandra viel Zeit im Schwimmbad, zog ihre Bahnen und machte Aqua-Fitness. Auch das Laufen motivierte sie; sie nahm sogar an Sportveranstaltungen teil. Das Highlight: der sogenannte „Muddy Angel Run“, ein fünf Kilometer langer Lauf für Frauen durch Schlamm und über Hindernisse. „Ich habe versucht, so viele positive Momente wie möglich in meinem Leben zu kreieren, so viele Glückshormone wie möglich freizusetzen. Und gleichzeitig habe ich alles darangesetzt, so normal wie möglich weiterzuleben. Meine Familie hat mich dabei großartig unterstützt und mir immer wieder den Rücken frei gehalten.“
„Die Chemo hat mich natürlich sehr angestrengt: Ich hatte Hitzewallungen durch die vorzeitigen Wechseljahre, in die ich durch die Therapie gekommen war, und viele schlaflose Nächte.“ Nach 16 Zyklen Chemotherapie folgten dann noch eine Operation sowie 28 Bestrahlungen und acht weitere Zyklen Tabletten-­Chemo, die bei Alexandra heftige Hautreaktionen an Händen und Füßen bis hin zum Aufplatzen auslösten. Als ob das nicht schon genug wäre, litt die Wahl-Kölnerin außerdem unter dauerhafter Erschöpfung und Müdigkeit – Krebs-Fatigue genannt. „Egal ob ich um neun Uhr abends ins Bett gegangen war oder um Mitternacht, am nächsten Morgen habe ich mich immer so gefühlt, als wäre ich bereits einen Marathon gelaufen“, erinnert sich Alexandra.
Die unangenehmen Hautreaktionen bekam sie durch die richtigen Pflegeprodukte wieder in den Griff. Auch eine dreiwöchige Kur in der Thermalklinik von Avène half ihr und ihrer Haut sehr: „Diese Auszeit war genau das Richtige. Ich konnte spüren, wie meine Haut täglich besser aussah, und auch die südfranzösische Atmosphäre half mir dabei, mich zu entspannen.“
 

Motiviert zurück in der Normalität
Nach der Tabletten-Chemotherapie ging es für Alexandra von Korff in die Reha. Ein erster Schritt in Richtung normaler Alltag. Doch trotz alldem engagiert sie sich weiter: Seit 2017 betreibt Alexandra ihren Blog „Kick Cancer Chick – Bye Bye, Breastcancer!“ (frei übersetzt: Tritt dem Krebs in den Hintern!). Seit Sommer 2019 kann man sie im Podcast „2 Frauen, 2 Brüste“ hören. Ihr Ziel: anderen Menschen helfen und sie motivieren. „Ich möchte, dass es kein Tabu mehr ist, über Krebs zu sprechen. Ich wünsche mir, dass sich jeder bewusst ist, dass es auch ihn treffen kann, und deshalb gut auf sich achtgibt – das gilt vor allem für junge Frauen, bei denen noch immer sehr häufig Fehldiagnosen gestellt werden.“
 
mfk_11_473x466.jpg
Auf einmal war alles anders | Eau Thermale Avène

Foto: mfk



WEITERLESEN & MEHR HÖREN
Blog: kick-cancer-chick.com
Podcast: 2frauen2brueste.podigee.io

 
 

Per E-Mail senden
  • Produktempfehlungen für Ihre Hautprobleme
  • Zugang zu Ihren Lieblingsprodukten und Kommentaren
  • Registrieren Ihrer Einkäufe, um Ihre Treue zu belohnen
Melden Sie sich jetzt an

Suche läuft

Anmeldung erforderlich

Sie müssen sich in Ihr Avène-Konto einloggen, um diese Informationen zu speichern.


Anmelden oder Konto erstellen

You can't post more than one comment on a product

Jetzt Produkt bewerten

* Obligatorische Felder

Meine Anmeldung

-Tag
-Monat
-Jahr

Marken des Pierre Fabre Konzerns :

*Obligatorische Felder

Danke fürs Teilen!

Ihr Kommentar wurde in die Warteschlange gestellt, um von Administratoren geprüft und nach Bestätigung veröffentlicht zu werden.