Interview mit Patricia Aublet, Mitbegründerin von PUR Projet

Das marine Ökosystem und Korallenriffe: Wahl eines ganzheitlichen Ansatzes

Interview mit Patricia Aublet, Mitbegründerin von PUR Projet

Eau Thermale Avène hat es sich zur Aufgabe gemacht, sein Sonnenschutz-Know-how auf die Haut zu übertragen und gleichzeitig daran zu arbeiten, die Auswirkungen seiner Produkte auf Ökosysteme zu reduzieren. Um noch weiter zu gehen und zur Wiederherstellung der Meeresumwelt beizutragen, arbeitet Eau Thermale Avène seit 2016 mit PUR Projet zusammen, einem Spezialisten für Klimaschutz, der in Bali tätig ist. Patricia Aublet, Mitbegründerin von PUR Projet, spricht mit uns.

Was macht das PUR Projet?

Unser Ziel ist es, Ökosysteme mit Hilfe von lokalen Akteuren zu regenerieren und Mensch und Natur in Einklang zu bringen. Dazu helfen wir Unternehmen, Klimaprojekte zu entwickeln, die ihrer Wertschöpfungskette entsprechen. Angesichts der sozialen und ökologischen Qualitäten von Eau Thermale Avène lag es auf der Hand, dass wir gemeinsam ein Programm aufbauen können.

Das Ziel von PUR Projet ist die Regeneration von Ökosystemen und die Versöhnung von Mensch und Natur.

Patricia Aublet
Patricia AubletMitbegründerin von PUR Projet

PUR Projet war bisher eher auf Aufforstung spezialisiert, wie kam es zu diesem Projekt zum Schutz des Meeresökosystems?

Im Jahr 2016 wollte Eau Thermale Avène ein Projekt unterstützen, das direkt mit dem Element Wasser verbunden ist. Zur gleichen Zeit prangerte eine wissenschaftliche Veröffentlichung eines italienischen Forschers die Auswirkungen von Sonnenfiltern auf Korallen an. Gemeinsam wollten wir daher die Herausforderung annehmen: ein Programm zur Wiederherstellung des marinen Ökosystems durch die Koralle zu starten. Ein wichtiger Akteur für die Artenvielfalt, so wichtig wie Bäume. Über 3.000 Fischarten und fast 120 Millionen Einwohner sind von ihm abhängig. Einige Studien zeigen jedoch, dass jedes Jahr 3 % der Korallen absterben und dass bei dieser Rate die Korallenriffe bis zum Jahr 2100 verschwinden könnten. Eau Thermale Avène arbeitete bereits daran, die Auswirkungen seiner Sonnenfilter und Formulierungen auf die marinen Ökosysteme zu minimieren, dies war eine Möglichkeit, noch weiter zu gehen.

Über 3.000 Fischarten und fast 120 Millionen Einwohner sind von den Korallen abhängig.

Wie haben Sie vor Ort zum Schutz des Korallenriffs gearbeitet?

Wir haben uns entschieden, das PUR Corail Programm in Pejarakan auf der Insel Bali in Indonesien zu starten, da das Dorf im goldenen Korallendreieck liegt, einer Region, die für ihre hohe Konzentration an Korallen bekannt ist. Aber zwischen Zyanidfischerei und globaler Erwärmung bleichen diese Organismen zusehends aus. Wir trafen die Bewohner und Organisationen vor Ort, um ihre Probleme besser zu verstehen. Dann haben wir gemeinsam ein strenges Protokoll erstellt: Implementierung und Vergleich verschiedener Korallenverpflanzungstechniken und Messungen ihrer Auswirkungen. Wie immer haben wir die Bewohner geschult, um sie autonom zu machen.

Auf welche Schwierigkeiten sind Sie gestoßen?

Wir haben schnell gemerkt, dass wir Korallen umpflanzen können, aber das Aufpfropfen ist nicht genug. Wenn man nicht gleichzeitig gegen die Plastikverschmutzung und die Bodenerosion durch die Abholzung von Land vorgeht, funktioniert es nicht. Um effektiv zu sein, war ein ganzheitlicher Ansatz notwendig. Im Jahr 2018 haben wir daher ein Abfallmanagement-Projekt und ein Programm zur Wiederbepflanzung von Mangroven an der Küste gestartet.

Gab es irgendwelche Ergebnisse?

Acht Monate später waren 280 Familien in das Programm einbezogen, und fast 10 Tonnen Abfall wurden bereits gesammelt und den Recyclingkanälen zugeführt. Wir haben die verschiedenen Bevölkerungsgruppen für die Mülltrennung sensibilisiert, den Bewohnern eine Recycling-Plattform und spezielle Behälter zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig haben wir begonnen, Mangroven zu pflanzen, um die Bodenerosion an der Küste zu verhindern. Innerhalb weniger Monate wurden dank Eau Thermale Avène fast 7.000 Mangroven gepflanzt.

Einfach nur Korallen zu verpflanzen reicht nicht aus, um effektiv zu sein, müssen wir auch gegen die Plastikverschmutzung vorgehen und die Bodenerosion bekämpfen.

Wo sehen Sie Ihre Arbeit an diesem nachhaltigen Projekt?

Wir werden weiterhin Korallen in Pejarakan veredeln, um ihr Gebiet zu erweitern und wenn möglich in andere Teile der Welt zu verbreiten. An Land testen wir eine neue Methode zur Bepflanzung von Mangroven. Letztendlich scheint es sinnvoller zu sein, die aus den Mangrovenwäldern entnommenen Vermehrungspflanzen (Mangrovensetzlinge) direkt in das Plantagengebiet zu pflanzen, ohne vorherige Anzucht in einer Baumschule. Was den Abfall betrifft, müssen wir noch die verschiedenen Abfallarten und die bestehenden Recyclingsysteme identifizieren. Wir denken auch daran, uns mehr auf Kollektionen von Hotels und Restaurants zu konzentrieren. Und natürlich werden wir weiterhin Kampagnen zur Bewusstseinsbildung, Information und Schulung der Einwohner entwickeln – wichtige Aspekte dieser Art von Projekten.